Rentnern von der Impfung abgeraten: Sieben Tote nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim

Rudolstadt - In einem Pflegeheim in Rudolstadt (Thüringen) sind mindestens sieben Menschen infolge eines Corona-Ausbruchs gestorben.

Tod durch Corona: In einem Thüringer Altenheim sind Senioren infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Sie waren nicht bzw. unvollständig geimpft. (Symbolfoto)
Tod durch Corona: In einem Thüringer Altenheim sind Senioren infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Sie waren nicht bzw. unvollständig geimpft. (Symbolfoto)  © Christoph Schmidt/dpa

Wie ein Sprecher des Landratsamtes Saalefeld-Rudolstadt gegenüber TAG24 erklärte, waren sechs Tote nicht geimpft, einer hatte noch keinen vollständigen Impfschutz. "Leider ist festzustellen, dass immer wieder Angehörige von Heimbewohnern diesen von der Impfung abraten", heißt es. Dafür gebe es kein Verständnis.

"Die Sterblichkeit an Corona ist im Vergleich zum vergangenen Jahr von 4% auf 1,5% der Infizierten gesunken. Das ist ein klarer Indikator, dass die Impfung Menschenleben rettet", heißt es in einer Antwort des Landratsamtes gegenüber TAG24.

Insgesamt seien von 141 Heimbewohnerinnen und -bewohnern 61 infiziert worden. Bei dem betroffenen Heim soll es sich um die Seniorenresidenz in Rudolstadt-Cumbach handeln.

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Das Gesundheitsamt habe in Zusammenarbeit mit der Heimleitung wiederholt Schnelltests vorgenommen, um das Infektionsgeschehen zu überwachen, wurde mitgeteilt. Die Maßnahmen zeigten inzwischen Wirkung, erklärte der Sprecher.

Bei allen sieben Gestorbenen lag dem Gesundheitsamt den Angaben zufolge ein bestätigter Totenschein vor. Weitere Totenscheine liegen dem Gesundheitsamt aktuell nicht vor, es ist nicht auszuschließen, dass noch Nachmeldungen erfolgen.

In den vergangenen Tagen kursierte es in den sozialen Netzwerken ein Gerücht über die Situation in dem Pflegeheim. Es wurde berichtet, dass die Verstorbenen bereits drei Mal geimpft worden seien.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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