Restaurants und Friseure sollen wieder öffnen dürfen! Thüringen stellt Corona-Exit-Plan vor

Erfurt - Thüringens Landesregierung hat einen Stufenplan beschlossen, der Wege aus dem Corona-Lockdown abhängig von den Infektionszahlen aufzeigt.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) stellte am Dienstag den Corona-Öffnungsplan vor.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) stellte am Dienstag den Corona-Öffnungsplan vor.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) stellte das Konzept am Dienstag in Erfurt vor und sprach davon, den Menschen mit diesem Öffnungsplan eine Perspektive geben zu wollen.

"Dieser Plan soll Sicherheit schaffen, Normalität ermöglichen aber gleichzeitig auch Menschen schützen", sagte der 64-Jährige bei der Vorstellung.

Gleichzeitig betonte er auch, dass der Rahmen von einer breiten Masse unterstützt werde, als Beispiel nannte er die Handwerkskammer.

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Darüber hinaus machte der Linken-Politiker allerdings klar, dass weiterhin Vorsicht geboten ist. "Wir dürfen nicht leichtsinnig oder fahrlässig werden. Wir wollen unter eine Inzidenz von 10 kommen", so Ramelow.

Der Öffnungsplan beinhaltet insgesamt fünf Stufen und soll zunächst bei der morgigen Ministerpräsidentenkonferenz thematisiert und dem Thüringer Landtag vorgelegt werden. Wann das Konzept gilt, ist noch offen.

Grünen-Politikerin Anja Siegesmund (44) bezeichnete das Öffnungskonzept als "Meilenstein". "Die Krise kann kein Dauerzustand sein. Damit schaffen wir Perspektive und ermöglichen Planbarkeit", verkündete sie.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee: Plan sieht auch regionale Veränderungen vor

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (66, SPD) sprach von "richtungsweisenden Beschlüssen".
Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (66, SPD) sprach von "richtungsweisenden Beschlüssen".  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (66, SPD) der ebenfalls bei der Vorstellung dabei war, sprach von "richtungsweisenden Beschlüssen".

In seiner Rede betonte der 66-Jährige, dass sich der Plan nicht starr nach der Inzidenz richte, auch regionale Veränderungen kann und wird es geben. So kann ein Landkreis/eine Region mit niedrigeren Infektionszahlen beispielsweise mit mehr Freiheiten als ein anderer Landkreis mit höheren Zahlen rechnen, erklärte er.

Im weiteren Teil ging der SPD-Politiker auf die Öffnung der Gastronomie ein. So könnten Restaurants laut Tiefensee in Stufe drei bis 21 Uhr wieder öffnen.

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Friseure und Kosmetikstudios dürften den Angaben nach dann auch wieder unter bestimmte Regularien und bei einer Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner zwischen 100 und unter 200 wieder öffnen. Aktuell liegt Thüringen bei einer Inzidenz von 134,8.

Messen sollen ab Stufe drei auch wieder unter strengen Regeln stattfinden können, erklärte er. "Thüringen setzt mit diesem Konzept Maßstäbe", so Tiefensee.

Bodo Ramelow bekräftigte außerdem einen Tag vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) seine Haltung, dass es ein bundesweit einheitliches Regelwerk zum Umgang mit der Pandemie geben sollte.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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