RKI-Präsident fordert Kontaktreduzierung: "Sind in sehr großer Sorge"

Berlin - RKI-Präsident Lothar Wieler (60) hat die Politik eindringlich aufgefordert, gegen die immer drastischer um sich greifende Corona-Welle Maßnahmen zur sofortigen Kontaktreduzierung zu beschließen.

Jens Spahn (r., 41, CDU) und Lothar Wieler (60) äußerten sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie
Jens Spahn (r., 41, CDU) und Lothar Wieler (60) äußerten sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Wir brauchen eine massive Reduktion der Kontakte - jetzt sofort", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag in Berlin

"Ich erwarte jetzt von den Entscheidern, dass sie alle Maßnahmen einleiten, um gemeinsam die Fallzahlen herunterzubringen", sagte Wieler.

"Der kommende Winter hängt von unserem Verhalten ab und von der Entscheidung der Verantwortungsträger, kontaktreduzierende Maßnahmen zu entlassen."

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Wieler sagte: "Wir stehen an einer Kreuzung, wir haben eine Wahl. Wir können den Weg wählen, der ins Chaos führt und zu einem schlechten Ende." Der Tanker fahre dann gegen die Kaimauer. "Oder den, der das Gesundheitssystem entlastet und vielleicht ein friedliches Weihnachtsfest ermöglicht und auch noch viel mehr Menschen am Weihnachtstisch sitzen lässt."

Angesichts von mehr als 100.000 Toten insgesamt und derzeit täglich mehr als 70.000 Neuinfektionen fragte Wieler: "Was muss denn noch geschehen, damit wir davon überzeugt sind, dass wir alle verfügbaren Maßnahmen einleiten müssen, um diese vierte Welle zu brechen?"

Derzeit würden die noch freien Intensivbetten in den Kliniken dadurch erkauft, dass planbare Operationen verschoben oder ausgesetzt werden. "Wenn die Infektionen nicht endlich massiv gebremst werden, dann wird die Versorgung in ganz Deutschland eingeschränkt sein."

Neue Corona-Variante noch nicht in Deutschland festgestellt

Wieler mache sich Sorgen aufgrund der neuen Corona-Variante.
Wieler mache sich Sorgen aufgrund der neuen Corona-Variante.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die in Südafrika festgestellte neue Corona-Variante B.1.1.529 ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher noch nicht in Deutschland entdeckt worden.

"Bis halb 10 ist mir nicht bekannt, dass in Europa oder in Deutschland diese Variante bislang gefunden wurde", so Wieler

Zugleich betonte er: "Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge."

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Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) betonte, Ziel müsse es sein, den Eintrag dieser Variante so weit wie möglich zu vermeiden.

"Das ist das Letzte, was wir jetzt in unserer momentanen Lage noch brauchen können, dass in die Welle hinein noch eine zusätzliche Variante kommt."

Spahn rief alle Menschen, die in den vergangenen Tagen aus Südafrika nach Deutschland gekommen sind, dazu auf, sich mit einem PCR-Test auf das Virus testen zu lassen.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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