Keine Corona-Lockerungen für Restaurants: Gastronomen sauer!


Rostock – In der Corona-Krise hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns einige Lockerungen angekündigt - jedoch nicht für Gastronomie und Hotellerie. 

Ein Restaurant ist in einer Passage mit Flatterband abgesperrt.
Ein Restaurant ist in einer Passage mit Flatterband abgesperrt.  © Christian Charisius/dpa

Die Branche fordert ein baldiges Ende der Zwangsschließung gastronomischer Einrichtungen und eine Gleichbehandlung mit dem Einzelhandel. 

Die Geschäfte dürfen unter strengen Hygieneauflagen und Zugangsbeschränkungen seit Montag wieder öffnen. Viele Gastwirte verstehen nicht, warum sie von den Lockerungen ausgenommen sind, wo doch regelmäßiges Desinfizieren und die Einhaltung von Sicherheitsabständen auch in Gaststätten, zumal im Freien, gut machbar seien.

Während die AfD im Land glaubt, das Festhalten an der Schließung gastronomischer Einrichtungen werde viele Gastronomen in die Pleite treiben, mahnt die SPD-Landtagsfraktion, nicht auf Kosten der Gesundheit von Gästen und Einheimischen dieselben Fehler wie andernorts in Europa zu machen. 

Konkrete Schritte für Gastronomie und Hotellerie sollten daher erst nach einem erneuten Bewerten der Situation am 5. Mai diskutiert werden. Dann sei schon abzusehen, welche Auswirkungen etwa die Lockerungen in der Kinderbetreuung und im Schulbetrieb auf das Infektionsgeschehen haben.

Corona-Lockerungen in fünf Phasen

Ein am Donnerstag veröffentlichter Fahrplan von Landesregierung und Tourismuswirtschaft für den Tourismus sieht fünf Phasen vor: Die erste Lockerung ist die Rückkehr auswärtiger Besitzer von Ferienwohnungen und von einheimischen Dauercampern vom 1. Mai an.

Schritt zwei soll eine vorsichtige Wiedereröffnung der Gastronomie sein, Schritt drei Übernachtungen für Urlauber aus MV. In einem vierten Schritt sollen Gäste aus anderen Bundesländern im Nordosten übernachten dürfen. Der Tagestourismus und der internationale Tourismus sollen zuletzt zugelassen werden.

Angesichts des langsamen Anlaufens kritisiert die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) die geplante Anhebung des Kurzarbeitergeldes erst ab dem vierten Bezugsmonat. Sie fordert Soforthilfen für die Tourismusbranche und die rund 50.000 Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus am Donnerstag um zwei auf 659 (Stand 16 Uhr) gestiegen. Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zufolge starben im Nordosten bislang 16 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Schätzungsweise 519 der positiv Getesteten sind genesen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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