"SA-Methoden": Winfried Kretschmann kritisiert Corona-Protest in Sachsen

Heidenheim - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne) sieht in der Corona-Pandemie eine "Plage biblischen Ausmaßes".

Baden-Württembergs Landesvater Winfried Kretschmann (73) am Samstag auf dem Grünen-Landesparteitag in Heidenheim.
Baden-Württembergs Landesvater Winfried Kretschmann (73) am Samstag auf dem Grünen-Landesparteitag in Heidenheim.  © Marijan Murat/dpa

Kretschmann sagte am Samstag beim Grünen-Landesparteitag in Heidenheim: "Das ist für uns alle kaum mehr zu ertragen".

Das Gesundheitssystem stehe angesichts der gestiegenen Infektionszahlen "auf der Kippe". Er sei in der Corona-Politik mit extremer Kritik und Erwartungen konfrontiert. "Ich bin weder der Pharao, der unterdrückt, noch der Moses, der befreit."

Kretschmann warb vor den überwiegend digital zugeschalteten Delegierten erneut für eine Impfpflicht.

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"Das Impfen ist der Moses, der uns aus dieser Pandemie herausführt", sagte der 73-Jährige. Nur mit einer höheren Impfquote könne der "Teufelskreis" aus Lockerungen und Lockdowns gebrochen werden.

Auch verurteilte er den Protest von Gegnern der Corona-Politik vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) scharf.

"Das sind Methoden, die hat die SA erfunden", kritisierte Kretschmann in Erinnerung an die Kampforganisation der NSDAP.

Am Freitagabend hatten laut Polizei etwa 30 Menschen laut rufend mit Fackeln und Plakaten vor Köppings Haus in Grimma protestiert. Kretschmann räumte ein, eine allgemeine Impfpflicht wäre "eine enorme Zumutung" für die Gegner der Corona-Politik.

Doch solchen Demonstranten müssten die Behörden entschieden entgegentreten. "Gegen die werden wir uns als wehrhafte Demokratie zu erweisen wissen", sagte Kretschmann.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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