"Alles tun, was möglich ist": Sachsen-Anhalts MP will jetzt auch den russischen Corona-Impfstoff einsetzen

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU) hat sich für den Einsatz des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland ausgesprochen.

Kommt bald auch der russische Corona-Impfstoff Sputnik V in Deutschland zum Einsatz? Geht es nach Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU), dann sollte man über Lieferungen reden.
Kommt bald auch der russische Corona-Impfstoff Sputnik V in Deutschland zum Einsatz? Geht es nach Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU), dann sollte man über Lieferungen reden.  © Mohammed Talatene/dpa

"Wir sollten alles tun, was möglich ist, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Der Impfstoff Sputnik V müsste vorher jedoch von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA für den Einsatz zugelassen werden; diese Zulassung steht noch aus.

Man sollte über mögliche Impfstoff-Lieferungen mit Russland reden, sagte Haseloff weiter. Im Osten Deutschlands habe man eine lange Erfahrung mit russischen Impfstoffen. "Wir haben kein Problem mit Sputnik V. Ich bin als Kind schon mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden. Ich würde mich jederzeit mit Sputnik V impfen lassen", sagte er.

Allerdings würde er sich nicht vorzeitig und öffentlichkeitswirksam impfen lassen. Politiker sollten in solch einer Situation zuletzt an sich selbst denken.

Haseloff will Lockerungen durchsetzen

Haseloff hatte bereits bei einer Pressekonferenz am Dienstag angekündigt, sich bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen für weitere Lockerungen einzusetzen.
Haseloff hatte bereits bei einer Pressekonferenz am Dienstag angekündigt, sich bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen für weitere Lockerungen einzusetzen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Russland hatte den Impfstoff Sputnik V bereits im vorigen Sommer zugelassen, obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht erfolgt waren. Anfang Februar wurden im medizinischen Fachblatt "The Lancet" Daten zu einer wohl hohen Wirksamkeit des Vakzins veröffentlicht.

Laut russischen Angaben wurde der Impfstoff in mittlerweile mehr als 30 Ländern registriert.

Haseloff hatte bereits im Vorfeld zu den am heutigen Mittwoch stattfindenden Beratungen mit seinen Amtskollegen von Bund und Ländern angekündigt, über weitere Lockerungen verhandeln zu wollen.

Sein Ziel ist es, weitere Öffnungen auch für den Inzidenz-Bereich von 50 bis 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche durchzusetzen. So könnten die Kontaktregeln gelockert werden. Denkbar wäre auch, dass Einzelhändler mit Kunden Termine für das Einkaufen in kleinen Gruppen im Laden vereinbaren und Museen wieder öffnen.

Bisher gilt die Verabredung, dass erst bei weniger als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche weitere Lockerungen des Lockdowns möglich sind.

Sachsen-Anhalt liegt mit einem Landesschnitt von zuletzt mehr als 94 weit über dieser Schwelle und gehört zu den am stärksten betroffenen Bundesländern.

Titelfoto: Mohammed Talatene/dpa

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