Sachsen bleibt Corona-Hotspot: Politiker fordern mehr Impfdosen für den Freistaat

Dresden - Seit Wochen ist Sachsen der Corona-Hotspot in Deutschland. Nun stimmen immer mehr Politiker dafür, den besonders von der Pandemie betroffenen Freistaat vorzugsweise mit Impfdosen zu versorgen.

Sachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) kritisiert die bisherige Verteilung von Corona-Impstoffen unter den Bundesländern.
Sachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) kritisiert die bisherige Verteilung von Corona-Impstoffen unter den Bundesländern.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Sachsen braucht schneller mehr Corona-Impfstoff", erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lang (49) am Freitag in Dresden.

Das Land sei nach wie vor der Hotspot in Deutschland: "Was braucht es noch an Argumenten, um die Bitte nach mehr Impfstoff zu untermauern?", fragte Lang, die gelernte Krankenschwester ist.

Am Donnerstagabend hatte bereits die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) eine andere Praxis angemahnt.

"Bisher erfolgt die Verteilung des Impfstoffes nach der Einwohnerzahl der Bundesländer. Ich glaube, dass auch andere Faktoren bei neuen Lieferungen eine Rolle spielen sollten", erklärte die SPD-Politikerin.

Sachsen habe nicht nur die bundesweit höchste Inzidenz, sondern auch einen besonders hohen Anteil an älteren Menschen.

Impfverlauf in Sachsen in der Kritik: "kostet potenziell Menschenleben"

Auch der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (47, FDP) hat viel am bisherigen Umgang mit den Corona-Impfdosen zu bemängeln.
Auch der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (47, FDP) hat viel am bisherigen Umgang mit den Corona-Impfdosen zu bemängeln.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Nach Ansicht des sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (47, FDP) ist ein Wechsel in der Impfstrategie längst überfällig.

"Es ist schlichtweg erschreckend, dass niemand bisher daran gedacht hat, bei der Verteilung von Impfstoff auch die Altersstruktur der Bevölkerung und das Pandemiegeschehen zu berücksichtigen." Gerade in der ersten Phase Impfdosen allein nach Einwohnerzahl zu verteilen, sei noch keine Strategie.

Zugleich beklagte Herbst den schleppenden Verlauf der Impfungen in Sachsen. "Gerade einmal etwa jede sechste in Sachsen zur Verfügung stehende Impfdosis konnte bisher verabreicht werden."

"So hart es auch klingt: Jede Impfdosis, die irgendwo in Sachsen lagert, statt verabreicht zu werden, kostet potenziell Menschenleben und verlängert die Pandemie", erklärte der FDP-Politiker.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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