Oje! Jetzt gehen den Ärzten in Sachsen auch noch die Impfspritzen aus!

Dresden - Das Impf-Chaos in Sachsen nimmt kein Ende. Während DRK und Kassenärztliche Vereinigung (KVS) die Impfteams Ende nächster Woche personell verdoppeln wollen, gehen Praxisärzten die Impfspritzen aus. "Hier hat jemand fürchterlich geschlafen", schimpft Klaus Heckemann (65), Vorstands-Chef der KVS.

Neuer Impf-Ärger: Den Ärzten gehen die Spritzen aus, weil sie aus den Moderna-Ampullen mehr Dosen herausholen. (Symbolfoto)
Neuer Impf-Ärger: Den Ärzten gehen die Spritzen aus, weil sie aus den Moderna-Ampullen mehr Dosen herausholen. (Symbolfoto)  © Michael Buholzer/dpa

Es geht um die 1-ml-Spitzen gegen Corona. Wenn Ärzte Impfstoff bestellen, liegen ausreichend Spritzen im Karton. Doch seit zwei Wochen darf auch Moderna als Booster verwendet werden. Der Stoff wird als Drittimpfung nur in halben Portionen verimpft.

Heckemann: "In einer Ampulle Moderna stecken als Booster nicht zehn, sondern 20 Dosen. Wir bekommen aber nur zehn Spritzen dazu. Dadurch können wir nicht alle Menschen impfen."

Die Kritik wegen der Warteschlangen vor mobilen Impfzentren des DRK weist der sächsische Ärzte-Chef zurück: "Bis Ende nächster Woche werden wir rund 1000 Ärzte und medizinische Mitarbeiter für mobile Impfungen zusätzlich bereitstellen."

Klaus Heckemann (65), Vorstands-Chef der KVS, schimpft über die schlechte Vorbereitung bei Corona-Impfungen. (Archivfoto)
Klaus Heckemann (65), Vorstands-Chef der KVS, schimpft über die schlechte Vorbereitung bei Corona-Impfungen. (Archivfoto)  © Eric Münch

Die KVS rechnet damit, dass die mobilen Impfteams künftig statt 21.000 bis zu 50.000 Menschen pro Woche impfen können. Allerdings werde das DRK auch wieder Online-Reservierungen nutzen müssen. Hinzu kommen Impfungen bei Praxisärzten - am Donnerstag 15.000 in Sachsen.

Die punktuelle Knappheit an Impfstoff werde sich in wenigen Tagen entspannen, verspricht Klaus Heckemann.

Titelfoto: Michael Buholzer/dpa

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