Sachsens Ministerpräsident Kretschmer über Corona: "Zweite Welle schon da"

Dresden/Berlin - Die zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie hat nach Einschätzung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer bereits Deutschland erreicht.

Michael Kretschmer (CDU) vor der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal mit Mundschutz.
Michael Kretschmer (CDU) vor der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal mit Mundschutz.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Die zweite Corona-Welle ist schon da. Sie findet bereits jeden Tag statt. Wir haben jeden Tag neue Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" zur aktuellen Situation.

Die Aufgabe bestehe darin, mit den Gesundheitsämtern diese Welle jeden Tag neu zu brechen. "Das klappt erstaunlich gut."

Nach Ansicht Kretschmers kann Deutschland durch sein föderales System viel präziser vorgehen als zentralistisch regierte Länder. Die Ministerpräsidenten könnten abwägen, was gezielt für einzelne Regionen geregelt werden könne.

Der deutliche Anstieg der gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen beunruhigt das Robert Koch-Institut (RKI). 

Michael Kretschmer: "Weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden"

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. 

Die Zahl der neu übermittelten Corona-Fälle lag deutlich höher als in den Vorwochen.

Kretschmer sieht in der Corona-Pandemie die erste zentrale gemeinsame Krisenerfahrung in Deutschland.

"Und das Schöne ist: Die Menschen in Ost und West ticken in dieser Krise gleich." 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gebe es keine Unterschiede.

"Corona ist der beste Beweis dafür, dass dieses Land zusammengewachsen ist."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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