Schäuble greift Querdenker an: "Unerträgliches Maß an Überheblichkeit"

Berlin - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78) hat die "Querdenker"-Szene scharf angegriffen.

Wolfgang Schäuble (78, CDU) hat die Querdenker-Szene scharf angegriffen.
Wolfgang Schäuble (78, CDU) hat die Querdenker-Szene scharf angegriffen.  © Kay Nietfeld/dpa

"Wenn weltweit praktisch alle Fachleute sagen, Corona ist gefährlich und Impfen hilft, wer hat dann eigentlich das Recht zu sagen: Ich bin aber klüger? Das ist für mich ein nahezu unerträgliches Maß an Überheblichkeit", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der CDU-Politiker appellierte an die Szene: "Bitte schauen Sie sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse an, lassen Sie sich nicht von billigen Parolen hinter die Fichte führen!"

Schäuble fügte hinzu: "Auch bei den Querdenkern sollte die Betonung auf 'Denken' liegen und nicht auf 'Quer'".

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In Berlin hatte die Polizei für dieses Wochenende mehrere Demonstrationen der "Querdenker"-Szene verboten, dennoch versammelten sich vor allem in Berlin-Westend mehrere Tausend Demonstranten.

Dabei ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei gekommen. Nach Polizeiangaben gab es Versuche, Absperrungen zu durchbrechen.

"Hierbei musste in einzelnen Fällen körperliche Gewalt angewendet werden", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Vereinzelt habe es Festnahmen gegeben.

Trotz Verbot haben sich in Berlin-Charlottenburg Teilnehmer einer unangemeldeten Demo gegen die Corona-Maßnahmen versammelt.
Trotz Verbot haben sich in Berlin-Charlottenburg Teilnehmer einer unangemeldeten Demo gegen die Corona-Maßnahmen versammelt.  © Fabian Sommer/dpa

Die Ansammlung mit nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen sei als verbotene Ersatzveranstaltung zu werten. Zum Teil setzten sich Menschen dabei auf die Straße. Trillerpfeifen waren zu hören, laute Rufe, etwa "Frieden, Freiheit, Demokratie" und Polizeifahrzeuge mit Martinshorn. Auch ein Hubschrauber der Polizei war in der Luft im Einsatz.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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