Darum lässt Schleswig-Holstein die Lizenz für die Luca-App auslaufen

Kiel - In Schleswig-Holstein wird die Lizenz für die Luca-App nicht verlängert.

In Lübeck, Sylt und anderen Gemeinden Schleswig-Holsteins gibt/gab es die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung auch als Schlüsselanhänger. Damit konnten auch Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen.
In Lübeck, Sylt und anderen Gemeinden Schleswig-Holsteins gibt/gab es die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung auch als Schlüsselanhänger. Damit konnten auch Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen.  © Marcus Brandt/dpa

Die Entscheidung zur Kündigung mit Wirkung zum März sei vor allem deshalb gefallen, weil die Corona-Landesverordnung seit September 2021 keine Pflicht mehr zur Erhebung der Kontaktdaten beinhaltet, wie eine Sprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages der Deutschen Presse-Agentur sagte.

"Da sich dies - entgegen anderslautender Anregungen von unserer Seite, zum Beispiel mit Blick auf Veranstaltungen und Gastronomie - nicht geändert hat, besteht kein Grund, an Luca festzuhalten." Über die Entscheidung berichtet auch die "Neue Osnabrücker Zeitung".

Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen.

Rapper Smudo verteidigt Luca-App vor Kritik

Rapper Smudo (53) demonstriert auf seinem Smartphone die Funktionsweise der App "Luca".
Rapper Smudo (53) demonstriert auf seinem Smartphone die Funktionsweise der App "Luca".  © Axel Heimken/dpa

Die Anwendung ist seit Monaten Gegenstand einer öffentlichen Kontroverse. Zuletzt entzündete sich die Kritik an einem Vorfall in Mainz. Dort hatte die Polizei gemeinsam mit dem Gesundheitsamt bei der Suche nach Zeugen eines tödlichen Sturzes in einer Gaststätte auf Daten aus der Luca-App zurückgegriffen.

Danach hatten einzelne Politiker öffentlich dazu aufgerufen, die Luca-App von den mobilen Telefonen zu löschen, und die Bundesländer aufgefordert, auslaufende Verträge mit dem Anbieter nicht zu verlängern.

Der Rapper Smudo (53) hat die Luca-App gegen Vorwürfe von Netzpolitikern der Grünen und der FDP verteidigt. Für deren Aufruf, die App zu deinstallieren, habe er kein Verständnis, sagte der Künstler der "Bild".

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Smudo hat die App mitentwickelt, um seiner Band und anderen Künstlern in der Corona-Pandemie wieder Auftritte zu ermöglichen.

Der Sänger ist an der Betreibergesellschaft der Luca-App wirtschaftlich beteiligt.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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