Schockierende Szenen von Corona-Demo in Nürnberg: Heftige Kritik an Polizei

Nürnberg - Am Sonntag fanden im Corona-Hotspot Nürnberg mehrere Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Politik im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus statt. Szenen von den Veranstaltungen sorgten im Netz für Aufsehen. Hat die Polizei die Lage unterschätzt?

In Nürnberg haben am Sonntag mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Politik stattgefunden.
In Nürnberg haben am Sonntag mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Politik stattgefunden.  © Screenshot/twitter

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 307,3 (Stand: 4. Januar, Quelle: RKI) gehört Nürnberg zu den mit am schwersten betroffenen Gebieten in Deutschland. Trotzdem fanden in der Innenstadt am Sonntag gleich mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen statt.

Laut Polizeipräsidium Mittelfranken wurde vor der Nürnberger Frauenkirche von 17 bis 18 Uhr "eine Versammlung von Maßnahmengegnern, unter dem Titel 'Coronaverordnung'" abgehalten. Der Polizei zufolge nahmen an dieser in der Spitze 300 Personen teil.

"Auch wenn nicht permanent die Abstands- und Maskenregeln eingehalten wurden, verlief die Versammlung größtenteils störungsfrei", bilanzierten die Beamten.

Anschließend wurde für 18.30 Uhr eine weitere Spontanversammlung "Gegen Willkür von Polizei und Staatsanwaltschaft" angemeldet und auf dem Jakobsplatz genehmigt. "Großteils verlagerten die Teilnehmer der beendeten Versammlung am Hauptmarkt nun in Kleingruppen zum Jakobsplatz", heißt es vom Polizeipräsidium Mittelfranken.

Auch dort hielten sich viele Teilnehmer nicht an die geltenden Bestimmungen für Demonstrationen. Mehrmalige Lautsprecherdurchsagen der Polizei zeigten wenig Wirkung.

Auf Twitter kursieren unter dem Hashtag "#nbg0301" mehrere Videos, die zeigen, wie Demonstranten dicht an dicht stehen und oftmals keine Maske tragen. Kritik am Einsatzverhalten der Polizei wird laut.

#nbg0301 - Auch Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg zeigt sich wegen Corona-Demo entsetzt

"Ich hatte mir gewünscht, dass 2021 nicht mehr schreiben zu müssen, aber mal wieder scheint eine 'Querdenken'-Demo von den Einsatzkräften unterschätzt worden zu sein", schreibt ein User zu den Szenen.

Auch der Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg zeigte sich in einem Tweet schockiert: "Gesundheitssystem überlastet, Corona-Zahlen hoch: Wir verurteilen kopfschüttelnd, was Leugner in der Nürnberger Innenstadt veranstalten - wirtschaftsschädigend, respektlos, menschenverachtend."

"#Nürnberg in Karnevalsstimmung. Das ist beschämend und unwürdig. Im Umkreis von 100 km gibt es kein einziges Intensivbett mehr. Hohn und Spott für alle Gesundheitsberufe. Die Polizei hat versagt und lässt gewähren", schreibt ein anderer Twitter-User.

Laut DIVI-Intensivregister sind in Nürnberg 134 von 148 Intensivbetten belegt. 41.22 Prozent davon mit Covid-19-Patienten (Stand: 4. Januar 7.19 Uhr)

Die Polizei weist die Vorwürfe zurück. Den Bericht dazu findest du >>> hier.

Titelfoto: Screenshot/twitter

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