Sie wollten sich selbst vom Coronavirus heilen: 27 Menschen tot!

Teheran - In Iran sind 27 Menschen an einer Methanolvergiftung gestorben. Nachdem Gerüchte die Runde machten, dass Alkoholkonsum zur Heilung der neuartigen Coronavirus-Infektion beitragen kann, tranken sie reines Methanol.

Wenn Methanol in großen Mengen eingenommen wird, kann es zu Erblindung, Leberschäden und zum Tod führen.
Wenn Methanol in großen Mengen eingenommen wird, kann es zu Erblindung, Leberschäden und zum Tod führen.  © 123rf.com/Techa Tungateja

Zuerst hieß es von offizieller Seite lange, dass es im Iran keine Fälle von Coronavirus-Infizierten gebe. Bis Mitte Februar auch hier die ersten Toten gemeldet wurden und die Zahl der Erkrankten seitdem dramatisch anstieg.

Wie "Iran Daily" berichtet, sei Covid-19 inzwischen einer der tödlichsten Erreger in dem Land. Trieb dies auch 27 Menschen dazu, sich selbst davon heilen zu wollen?

Dem Bericht zufolge seien zwanzig Leute in der südwestlichen Provinz Khuzestan und sieben in der nördlichen Provinz Alborz gestorben, nachdem sie sich illegal Alkohol besorgt und diesen konsumiert hatten.

Man darf nicht vergessen: In Iran ist das Trinken von Alkohol für alle verboten! In diesem Zusammenhang berichten lokale Medien immer wieder über Vergiftungsfälle.

Zu den tragischen Vergiftungen käme es vor allem infolge von Gerüchten, in denen behauptet wurde, "dass das Trinken von Alkohol bei der Behandlung des Coronavirus' wirksam sein kann", sagte Ali Ehsanpour, Sprecher der Jundishapur Medical University in Ahvaz.

Durch Gerüchte in die Irre geführt

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Staatsanwalt von Ahvaz, Mohammad Aqayari. Er sagte, dass die 27 Betroffenen vor ihrem Tod Methanol getrunken hätten, nachdem sie durch Fake News "in die Irre geführt worden waren und dachten, sie bekämpften und heilen das Coronavirus".

Justizbeamte aus Ahvaz erklärten derweil, dass am Montag fünf Personen festgenommen wurden, weil sie Alkohol verteilt hatten.

Laut "Iran Daily" wurden durch das Coronavirus bislang mindestens 237 Menschen getötet und mehr als 7000 in Iran infiziert. Weil das Gesundheitssystem des Landes durch US-Sanktionen beeinträchtigt ist, gebe es bereits Engpässen bei der medizinischen Versorgung von Patienten. Das erschwere den Kampf gegen die Krise zusätzlich.

Titelfoto: 123rf.com/Kateryna Kon/Techa Tungateja

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0