So bereitet sich Sachsen auf schärfere Corona-Regeln vor

Dresden - Auch Sachsen richtet sich auf die Umsetzung der verschärften bundesweiten Corona-Regeln ein. Der Landtag darf zeitnah mitreden: per Sondersitzung.

Jens Weichelt (56) steht im Fokus.
Jens Weichelt (56) steht im Fokus.  © Eric Münch

Zwar ist das Thema Schulen inzwischen weniger heiß, als es gekocht wurde, die Maskenpflicht für alle Schüler darf noch warten.

Aber der Sächsische Lehrerverband fordert schon mal: Wenn es das Infektionsgeschehen im Einzugsbereich der Schule zulässt und keine Einrichtung direkt betroffen ist, sollte der Unterricht weiter im Normalbetrieb im regulären Stundenplan stattfinden.

Einen eingeschränkten Regelbetrieb mit Klassentrennung und dem Einhalten von Mindestabständen durch Klassenteilung dürfe es nur bei Infektionen im Einzugsbereich geben, so Landesvorsitzender Jens Weichelt (56).

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Zugleich fordert der Verband den Einsatz zusätzlicher Busse und Bahnen gegen überfüllte Schülertransporte. Ein gestaffelter Unterrichtsbeginn sei ebenso denkbar.

Auch das Schulministerium hat sich Gedanken gemacht. Es wird seine Corona-Zahlen nun täglich statt wie bisher nur einmal pro Woche veröffentlichen. Stand Wochenende gab es an sächsischen Schulen 110 infizierte Lehrer und 252 infizierte Schüler.

813 Schüler befanden sich in Quarantäne. Sechs öffentliche Schulen mussten zu bleiben.

Dresden: Unterdessen ist das Virus im Landtag angekommen

AfD-Fraktions-Chef Jörg Urban (56) hat eine klare Linie.
AfD-Fraktions-Chef Jörg Urban (56) hat eine klare Linie.  © dpa/Sebastian Kahnert

In der CDU-Fraktion wurde ein Fall registriert und führte zu Tests bei 30 Leuten im Umfeld, aber auch in den anderen Fraktionen. "Schuld" soll ausgerechnet die Sondersitzung des Innen- und Rechtsausschusses vergangene Woche sein, bei der das Leipziger Demo-Debakel besprochen wurde.

Auch auf anderer Ebene beschäftigt die Pandemie das Parlament: Auf Verlangen der AfD wird der Landtag zusammentreten. Landtagspräsident Matthias Rößler (65, CDU) legte dafür diesen Donnerstag fest. Rößler kritisierte in diesem Zusammengang die Fraktion.

Hintergrund: Der AfD wäre eine Sitzung am Dienstag lieb gewesen. Das aber ist laut Rößler viel zu knapp, um auch wirkliche allen Parlamentariern die Teilnahme zu ermöglichen.

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Die AfD hätte ihren Antrag daher "deutlich früher" stellen können und müssen.

Das Virus selbst verbreitet sich inzwischen weiter. Nachmeldungen vom Wochenende eingerechnet stieg die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zu Freitag um 3013 Fälle, 34 Menschen starben.

Titelfoto: Eric Münch/dpa/Sebastian Kahnert

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