Sozialpsychologe: Corona-Einschränkungen können krank machen

Frankfurt am Main - Wie gut Menschen mit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie klar kommen, hängt nach Einschätzung von Sozialpsychologen zum einen von ihrer Persönlichkeit, zum anderen von ihren Lebensumständen ab.

Soziale Isolation macht nachgewiesen krank (Symbolfoto).
Soziale Isolation macht nachgewiesen krank (Symbolfoto).  © 123RF/Andrea De Martin

Wer Familie habe, fühle sich weniger eingeschränkt als ein Single ohne viele Kontakte in einer kleinen Wohnung im Homeoffice.

"Das sind die, die im Lockdown verzweifeln. Wenn das lang andauert, ist das für diese Personengruppe wirklich schlimm. Soziale Isolation macht nachgewiesenermaßen krank", sagte der Sozialpsychologe Rolf van Dick von der Universität Frankfurt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Wie gut man durch den Lockdown komme, hänge aber auch von der Persönlichkeit ab:

"Es gibt Menschen, die sagen sehr stark: Ich bin Herr über mein Schicksal, wenn's Probleme gibt, werde ich damit schon fertig, wer soll's lösen, wenn nicht ich. Und es gibt Menschen, die sagen: Ich kann sowieso nichts machen, mein Leben wird bestimmt vom Schicksal, vom Zufall, von anderen Menschen."

Die erste Gruppe komme mit belastenden Situationen in der Regel besser klar als die zweite.

Menschen, die sich an eine neue Situation gut anpassen könnten, blieben in der Regel länger gesund. "Wer aktiv an die Probleme herangeht, wird weniger krank."

Solche Persönlichkeitsmerkmale seien größtenteils genetisch bedingt, könnten sich aber durch negative Erlebnisse verstärken.

Titelfoto: 123RF/Andrea De Martin

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