"Aerosolforscher hin oder her": SPD-Politiker mit klarem Bekenntnis zu Sport im Freien!

Berlin - Der SPD-Politiker Mahmut Özdemir (33) fordert eine Herausnahme des Sports im Freien und kontaktlosen Sport für Kinder und Jugendliche von der geplanten Corona-Notbremse ohne Alterslimit.

SPD-Politiker Mahmut Özdemir (33).
SPD-Politiker Mahmut Özdemir (33).  © Fabian Sommer/dpa

"Wenn Kinder in der Kita und Schule Hygieneregeln einzuhalten haben, kann man es ihnen auch beibringen, wie sie kontaktlos Sport betreiben können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich glaube nicht, dass das eine Altersfrage, sondern eine pädagogische ist."

In der Debatte um die Änderung des Infektionsschutzgesetzes war eine Begrenzung auf bis 14-Jährige die Rede.

Generell könne er zudem nicht verstehen, wenn die Sportverbände dank ihrer Hygienekonzepte sich top vorbereitet auf Corona und kontaktlosen Sport im Freien hätten, aber der Sport nicht vom Infektionsschutzgesetz mit Ausgangssperren ausgenommen würde.

"Dann wären wir doch mit dem Klammerbeutel gepudert", meinte Özdemir.

"Unter dem Strich muss man sagen, Aerosolforscher hin oder her: "Sport im Freien ist kein Infektionstreiber." Dass die Politik dies bisher nicht hören wollte, bezeichnet er "als Versäumnis, das man jetzt dringen korrigieren muss".

Mitgliederschwund in Vereinen soll ein Ende gesetzt werden: Spahn und Seehofer müssten "jetzt mal ein Zeichen setzen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) und Innenminister Horst Seehofer (71, CSU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) und Innenminister Horst Seehofer (71, CSU).  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Um dem Mitgliederschwund der Sportvereine als Folge der Pandemie zu begegnen, bekräftigt Özdemir den Vorschlag, eine Sport-Allianz für Deutschland ins Leben zu rufen, um Kindern den Mitgliedsbeitrag für ein oder zwei Jahre zu finanzieren.

"Damit würden wir die Kinder in die Vereine zurückbringen und die Vereine stärken", sagte er.

Es sei "dreimal wertvoller", so eine Sport-Allianz zu finanzieren, als wenn man Corona-Hilfspakete schnüre und die Vereine sagen, zu viel Bürokratie. "Das wäre ein Schluck aus der Pulle, der sinnvoll wäre. Das wäre ein richtiger Kracher", meinte Özdemir.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) und Innenminister Horst Seehofer (71, CSU) müssten "jetzt mal ein Zeichen setzen". Özdemir: "In ihren Haushalten sollten sie aus den Resten von Corona-Hilfspaketen, die nicht wirken, das Geld zusammenkratzen und damit einen Topf mit der Summe X füttern."

Auch die Länder sollten ihren Beitrag dazu leisten: 90 Prozent der Bund, 10 Prozent die Länder.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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