Coronavirus schickt 25.000 Fußball-Mannschaften in Bayern auf die Bank

München - Alle mehr als 25.000 Fußball-Amateurmannschaften in Bayern müssen wegen der Coronavirus-Epidemie eine Zwangspause einlegen.

Rund 4600 Vereine in Bayern müssen den Spielbetrieb einstellen.
Rund 4600 Vereine in Bayern müssen den Spielbetrieb einstellen.  © picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) setzte am Freitag "als Vorsorgemaßnahme hinsichtlich der weiter steigenden Zahl von Corona-Infizierten und der dynamischen Lageentwicklung den kompletten Spielbetrieb bis einschließlich 23. März 2020 im ganzen Freistaat aus". Dies betrifft alle Amateurligen in Bayern.

"Aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile die ersten positiv getesteten Spieler und auch infizierte Personen aus dem engen Umfeld von Amateur-Mannschaften gibt und damit die Unsicherheit bei vielen Vereinsvertretern groß ist, war es der einzig richtige Schritt, den Amateurspielbetrieb jetzt komplett auszusetzen", sagt BFV-Präsident Rainer Koch.

"Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder heute unmissverständlich verdeutlicht hat, dass sämtliche Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern grundsätzlich abzusagen sind und zugleich dringend abrät, auch Zusammenkünfte mit einer Beteiligung von unter 100 Menschen durchzuführen, ist diese Entscheidung unabdingbar", führte Koch aus. 

"Im Vordergrund steht einzig und allein die Gesundheit der Menschen, unserer Fußballerinnen und Fußballer." Es sollen nicht nur die Spiele ausfallen, auch von Trainingseinheiten der Mannschaften wird zum Schutz der Gesundheit und um weitere Ansteckungen zu vermeiden abgeraten. 

Auch vom Training wird den Teams abgeraten

Deutschlandweit sind etwa 140.000 Amateur-Teams betroffen. (Archiv)
Deutschlandweit sind etwa 140.000 Amateur-Teams betroffen. (Archiv)  © David Young/dpa

"Verbieten können wir es nicht, wir appellieren hier aber an die Vernunft der Verantwortlichen in unseren Mitgliedsvereinen, in dieser für unser Land nicht einfachen Lage alles zu tun, um gemeinsam diese Situation zum Guten zu wenden. Es wäre schwerlich nachvollziehbar, wenn Schulen und Kitas in Bayern geschlossen sind, im Verein aber das Training fortgesetzt würde", sagte Koch.

Der Bayerische Fußball-Verband ist der größte der insgesamt 21 Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund und der größte im Bayerischen Landes-Sportverband organisierte Sportfachverband. 

Im BFV sind rund 4600 Vereine mit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Mitgliedern organisiert. Im Amateurspielbetrieb sind laut Verband gut 25.000 Mannschaften in allen Altersklassen organisiert. Pro Wochenende finden rund 13.000 Spiele statt.

Die Präsidenten und Geschäftsführer der Regional- und Landesverbände hatten sich am Dienstag auf ihrer gemeinsamen Sitzung intensiv mit dem Thema Coronavirus und dessen Auswirkungen auf den deutschen Fußball beschäftigt. 

Die zu bewältigenden Fragen sind nicht zuletzt im Amateurfußball angesichts von rund 140.000 gemeldeten Mannschaften vielfältig. Alle Vereine wurden aufgefordert, aktiv zu prüfen, ob es Spielerinnen und Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. 

Der DFB und seine Regional- und Landesverbände appellierten an das Verantwortungsbewusstsein der Vereine, diese Spielerinnen und Spieler - unabhängig von etwaigen Symptomen – derzeit weder an Spielen noch im Trainingsbetrieb teilnehmen zu lassen. 

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Titelfoto: picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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