Wählen in Zeiten der Corona-Krise: So läuft Bayerns historische Stichwahl

München - In Zeiten von Corona ist alles anders - auch Wahlen. Am Sonntag ist in Bayern die Stichwahl einzig ein Gang zum Briefkasten. Mancherorts kommt es schon vor dem Wahlabend zu Problemen.

In Zeiten von Corona ist alles anders - auch Wahlen. (Symbolbild) 
In Zeiten von Corona ist alles anders - auch Wahlen. (Symbolbild)  ©  Daniel Peter/www.danielpeter.net/dpa

Auch wenn es eine nie da gewesene Herausforderung ist, laufen die Vorbereitungen auf die Stichwahl in Bayern am Sonntag bisher erstaunlich glatt: Alle Briefwahlunterlagen sind verschickt und genügend Wahlhelfer für eine schnelle Auszählung dürfte es auch geben. 

Doch diese ganz besondere Wahl im Zeichen der Corona-Pandemie bringt auch Probleme mit sich. In mindestens einer Kommune in Oberfranken wackelt der Termin am letzten März-Sonntag.

Tatsächlich könnte die Wahl in Kulmbach, der Heimatstadt von TV-Entertainer Thomas Gottschalk (69), ausfallen - die Pandemie ist aber nicht der Grund. Die Polizei ermittelt in der oberfränkischen Kreisstadt wegen möglicher Wahlmanipulation

Nach ersten Erkenntnissen könnten Wahlunterlagen vernichtet worden sein, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. 

Je nachdem, zu welchen Ergebnissen die Ermittlungen führen, müsse die Wahl komplett abgesagt werden.

Für die Wahlhelfer gelten wegen der Corona-Krise landesweit besondere Schutzvorkehrungen: 1,5 Meter Mindestabstand, genügend Möglichkeiten zum Händewaschen, Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel. 

Stichwahl in Bayern am Sonntag: So geht Ihr auf Nummer sicher

 Am Sonntag ist in Bayern die Stichwahl einzig ein Gang zum Briefkasten. (Symbolbild)
Am Sonntag ist in Bayern die Stichwahl einzig ein Gang zum Briefkasten. (Symbolbild)  © Felix Hörhager/dpa

Mancherorts wurde die Zahl der Wahlhelfer sogar so stark reduziert, dass am Wahlsonntag kein Ergebnis mehr erwartet wird - so etwa in der Landeshauptstadt München. Andernorts, etwa in Erlangen und Forchheim, kommen freiwillige Wahlhelfer gar nicht erst zum Einsatz. 

Dort werden die Stimmen von städtischen Mitarbeitern ausgezählt - am Montag.

Die Stichwahl ist vor allem ein enormer logistischer Aufwand. In kürzester Zeit mussten eine reine Briefwahl organisiert und wahnsinnig viele Unterlagen gedruckt werden. 

Wie viele Menschen am Sonntag tatsächlich die Wahl haben, kann weder das Innenministerium, noch das Landesamt für Statistik sagen. Sicher ist aber: Es sind mehrere Millionen. Und das heißt auch, dass mehrere Millionen Briefwahlunterlagen mit der Post verschickt wurden.

Allein in der Landeshauptstadt wurden mehr als 1,1 Millionen Briefe verschickt - bei so einer hohen Zahl sei es fast selbstverständlich, dass der ein oder andere Brief verloren gehe, sagte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats München. Bei manchen Empfängern fehle aber einfach der Name am Briefkasten, so dass die Unterlagen als unzustellbar zurückgingen. Aber auch wer erst kurz vor knapp den Brief mit dem Wahlschein bekommt, kann noch seine Stimme abgeben. 

Die Deutsche Post will am Samstagabend die gelben Briefkästen im Freistaat erneut leeren. Die Wahlbriefe werden dann noch am Sonntag den jeweiligen Ämtern zugestellt. Wer auf Nummer sicher gehen will, wirft den Brief aber direkt beim Rathaus ein.

Alle Informationen und Meldungen zu den aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++ und speziell für den Freistaat auch im +++ Coronavirus-Bayern-Ticker +++

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0