Stiko-Chef Mertens zur Causa Kimmich: "Kein Fachmann der Impfstoffe"

Berlin - Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens (71), hat die Bedenken von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich (26) wegen fehlender Langzeitstudien bei Impfstoffen zurückgewiesen.

Joshua Kimmich (26) vom FC Bayern München zögert derzeit aufgrund von Bedenken noch mit der Corona-Impfung.
Joshua Kimmich (26) vom FC Bayern München zögert derzeit aufgrund von Bedenken noch mit der Corona-Impfung.  © Sven Hoppe/dpa

"Joshua Kimmich ist sicher ein ausgewiesener Fachmann in Fragen des Fußballs, aber kein Fachmann in Fragen der Impfung und der Impfstoffe. Dennoch hat er mit seinen Bedenken einem Problem Ausdruck verliehen, das sicher bei manchen Menschen in unserer Gesellschaft so gesehen wird", sagte Mertens im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Bayern-Profi Joshua Kimmich hatte am Samstag eingeräumt, dass er sich bislang nicht gegen Corona impfen ließ. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht".

Wenn ein Impfstoff zur Verwendung an Menschen freigegeben wird, gebe es begleitende Studien, die genau untersuchten, ob es bei der Anwendung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen könne, erwiderte Mertens.

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"Man muss bedenken, dass mittlerweile sieben Milliarden Dosen an Menschen mit Covid-19-Impfstoff verimpft worden sind", sagte er.

Stiko-Chef Thomas Mertens glaubt nicht an spät auftretende Nebenwirkungen

Stiko-Chef Thomas Mertens (71): "Neben den Zulassungsstudien wissen wir aus den begleitenden Studien, dass es nur zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind."
Stiko-Chef Thomas Mertens (71): "Neben den Zulassungsstudien wissen wir aus den begleitenden Studien, dass es nur zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind."  © Kay Nietfeld/dpa

"Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar."

Das gelte aber nicht nur für jeden anderen Impfstoff auch, der neu angewendet werde, sondern auch für jedes neue Medikament.

"Neben den Zulassungsstudien wissen wir aus den begleitenden Studien, dass es nur zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind", sagte der Stiko-Chef.

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In der Wissenschaft sei man sich einig, dass spät auftretende Nebenwirkungen nach einer Impfung "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" gewesen seien.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa, Kay Nietfeld/dpa

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