Studie: Coronavirus und die schlimmen Folgen für Ungeborene

USA - Inwieweit das grassierende Coronavirus schwangere Frauen und ungeborene Babys belastet oder schädigt, ist weitgehend unerforscht. Vermutungen gibt es viele, verifiziert sind die wenigsten bis gar keine Theorien. Jetzt vermuten Wissenschaftler der Northwestern University in Illinois Schreckliches.

16 Frauen nahmen an der Studie teil. (Symbolbild)
16 Frauen nahmen an der Studie teil. (Symbolbild)  © 123rf/Milkos

Eine Studie des Assistenzprofessors für Pathologie, Dr. Jeffrey Goldstein, und seiner Kollegin Dr. Emily Miller, Assistenzprofessorin für Geburtshilfe und Gynäkologie, legt nahe, dass das Coronavirus die Plazenta schwangerer Frauen angreift und beschädigt. 

"Die Art der Verletzung in der Plazenta zeigt einen abnormalen Blutfluss zwischen den Müttern und ihren Babys (...) was auf eine neue Komplikation von Covid-19 hindeutet", so das Forscherteam.

Eine schwere Folge der beschädigten und nicht richtig arbeitenden Plazenta könnte sein, dass das ungeborene Kind während seiner Entwicklung nicht mit ausreichend Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden kann. Im schlimmsten Fall können Embryonen daran sterben.

Die Studie erschien am 22. Mai im American Journal of Clinical Pathology:

Für die Studie wurden die Plazentas von insgesamt 16 Frauen untersucht, die sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Vier Patientinnen erkrankten mehrere Wochen vor der Entbindung. Die anderen zwölf Frauen waren "asymptotisch" und wurden erst positiv getestet, als sie zum Geburtstermin ins Krankenhaus kamen.

Bei allen Frauen wurden nach der Geburt sichtbare Schädigungen an der Plazenta festgestellt. Darunter abnorme Blutgefäße und Blutgerinnsel. Vermutet wird, dass das Virus schuld ist.  

Der Coronavirus könnte die Plazenta angreifen

Es wird vermutet, dass eine Covid-19 Erkrankung der Plazenta schadet. (Symbolbild)
Es wird vermutet, dass eine Covid-19 Erkrankung der Plazenta schadet. (Symbolbild)  © 123RF/Kateryna Kon

15 der 16 Kinder kamen glücklicherweise, trotz der Schädigungen der Plazenta, gesund auf die Welt. 

Eines der Babys verstarb im zweiten Trimester. Ob für den frühen Tod des ungeborenen Kindes ebenfalls das Virus verantwortlich ist, konnte nicht bestätigt werden, so Dr. Jeffrey Goldstein

"Diese Patientin war asymptomatisch, sodass wir nicht wissen, ob das Virus die Fehlgeburt verursacht hat oder ob es nicht damit zusammenhängt." 

Allgemeine Schlussfolgerungen über einen Zusammenhang von Plazenta-Schäden/Totgeburten und dem Coronavirus können nach der Studie nicht getroffen werden.

Dafür sei die Test-Menge einfach zu klein gewesen. 

Dennoch zeigen sich die Wissenschaftler von den Ergebnissen "beunruhigt" und legen nahe, dass infizierte werdende Mütter klinisch überwacht werden sollten.

Wie genau, könnte vielleicht die Studie zeigen, heißt es. 

Experten wollen sich noch nicht festlegen

Die Co-Autorin der Studie, Dr. Emily Miller, über das vorläufige Ergebnis. "Ich möchte keine pauschalen Schlussfolgerungen aus einer kleinen Studie ziehen, aber dieser vorläufige Einblick in die Frage, wie Covid-19 Veränderungen in der Plazenta verursachen könnte, hat einige ziemlich bedeutende Auswirkungen auf die Gesundheit einer Schwangerschaft."

Eine weitere Überwachung der Neugeborenen sei jetzt sinnvoll, so Goldstein weiter, um eventuelle Spätfolgen zu erkennen, die mit dem Coronavirus zusammenhängen könnten.

Die Plazenta

Zwar wird ein Embryo durch die Plazenta ernährt, das heißt eine gesunde Plazenta ist entscheidend für das Überleben eines ungeborenen Kindes, allerdings entwickeln sich viele ungeborenen Babys auch "normal", wenn nur die Hälfte der Plazenta funktioniert, heißt es in der Studie. Allgemein kann die Plazenta ziemlich genaue Auskunft über die Entwicklung und den Gesundheitszustand eines Säuglings geben.

Weitere Infos lest Ihr im ausführlichen Forschungsbericht nach.

Titelfoto: 123RF/Kateryna Kon, 123RF/milkos

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