Coronavirus: Französische Patienten sind da

Stuttgart - Im französischen Elsass wütet das Coronavirus besonders schlimm. Das benachbarte Baden-Württemberg hilft: Das Land hat schwerkranke französische Corona-Patienten aufgenommen.

Die Kliniken im Land sind aufgerufen, zu prüfen, ob sie Kapazitäten haben. (Symbolbild)
Die Kliniken im Land sind aufgerufen, zu prüfen, ob sie Kapazitäten haben. (Symbolbild)  © Roland Weihrauch/dpa

"Erste Patienten aus dem Elsass sind in unseren Uniklinika angekommen, weitere werden derzeit verlegt", sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums am Sonntag in Stuttgart. Konkrete Zahlen nannte sie nicht.

Vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Ulm hatten sich bereiterklärt, sofort neun Patienten aus dem benachbarten Elsass aufzunehmen, die dringend auf Beatmung angewiesen sind, wie das baden-württembergische Wissenschaftsministerium in Stuttgart mitteilte. Darüber hatte zunächst die "Schwäbische Zeitung" berichtet.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe den Krankenhäusern im Elsass, die im Kampf gegen Corona an der Grenze ihrer Kapazitäten angelangt seien, Unterstützung zugesagt, hieß es weiter vom Ministerium. 

Die Kliniken im Land waren aufgerufen, zu prüfen, ob sie Kapazitäten haben, französische Patienten befristet zu versorgen.

Bauer: "Zeichen der Solidarität an französische Nachbarn"

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer findet lobende Worte in der Krise.
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer findet lobende Worte in der Krise.  © Marijan Murat/dpa

Für die Universitätskliniken im Land ist das Wissenschaftsministerium zuständig, für alle übrigen das Gesundheitsministerium.

Ein Regierungssprecher betonte, die Kliniken sollten durch die Versorgung der Menschen nicht selbst in Nöte geraten. "In einer Krise ist Solidarität gefragt - aber im Rahmen des Möglichen." Zudem solle sichergestellt werden, dass sich keine Mitarbeiter ansteckten, indem die Patienten gut isoliert werden.

Die Freiburger Klinik hatte zuvor schon mitgeteilt, zwei französische Patienten aufnehmen zu wollen und Beatmungsplätze für sie bereitzustellen.

"Aufgrund der getroffenen Vorsorge haben die Klinika derzeit noch entsprechende Kapazitäten", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) laut der Mitteilung. 

Und weiter: "Deshalb gilt es jetzt zu handeln und Menschenleben zu retten. Wir senden damit auch ein Zeichen der Solidarität an unsere französischen Nachbarn."

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Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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