Beim Einkaufen und im ÖPNV: Maskenpflicht ist beschlossene Sache

Stuttgart - Die baden-württembergische Landesregierung strebt die Einführung einer Maskenpflicht zur konsequenteren Eindämmung des Coronavirus an. 

Auf die "dringende Empfehlung" zur Maske könnte jetzt die Verpflichtung folgen. (Symbolbild)
Auf die "dringende Empfehlung" zur Maske könnte jetzt die Verpflichtung folgen. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Am Dienstag befasst sich das grün-schwarze Kabinett mit einem verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz für den öffentlichen Nahverkehr und für den Einkauf. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe eine solche Vorgabe auf die Tagesordnung setzen lassen, hieß es.

Im Anschluss an die Sitzung will Kretschmann um 12 Uhr mit Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) die Öffentlichkeit informieren. 

Dabei geht es nicht nur um Masken, sondern auch um die allgemeine Corona-Lage, die Notbetreuung von Kindern und erste Schritte der Schulöffnung.

Sachsen hat bereits eine Maskenpflicht eingeführt, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern ziehen in der kommenden Woche nach. Auch Kommunen in Baden-Württemberg schreiten schon voran. 

Nach Sulz am Neckar (Kreis Rottweil) und Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) plant auch die Stadt Tübingen die Einführung einer Maskenpflicht.

Die baden-württembergische Landesregierung hat mit der Lockerung der Corona-Verordnungen bisher lediglich eine "dringende Empfehlung" verbunden, in Bussen und Bahnen sowie beim Einkauf in Geschäften nicht-medizinische, sogenannte Alltagsmasken zu tragen - oder Schals und Tücher. Nun dürfte eine landesweite Pflicht folgen.

Gesundheitsminister Lucha hatte sich am Montag klar für eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg ausgesprochen. "Ich befürworte eine Verpflichtung zum Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen, im ÖPNV und in den Pausen auf den Schulhöfen, wenn die Schulen wieder eröffnen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Er mache sich keine Sorgen über mangelnde Angebote: "Es ist ja so, dass sich die Bürgerinnen und Bürger diese Masken selbst besorgen. Wir empfehlen ja keine medizinischen Produkte, sondern die oft selbst gemachte oder zu kaufende normale Schutzmaske."

Update: 12.20 Uhr

Maskenpflicht kommt!

Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die Maskenpflicht in Baden-Württemberg kommt! 

"Meine Landesregierung hat heute beschlossen, dass wir ab dem 27. April eine Pflicht einführen, beim Einkaufen und im öffentlichen Personenverkehr Mund und Nase zu bedecken", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz.

Denn eine Bedeckung von Mund und Nase könne helfen, die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen, so Kretschmann weiter. "Das ist heute einhellige Meinung der Fachleute." 

 Der Landesvater erinnerte auch daran, dass viele Geschäfte wieder offen haben, entsprechend mehr Menschen mit den Öffentlichen unterwegs seien - und dann der vorgeschriebene Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. 

 Darum bräuchten die Menschen eine Mund-Nasen-Bedeckung - "und sei es nur ein Schal oder ein Tuch, das hat ja wohl jeder Mensch". Ein medizinischer Mundschutz sei nicht nötig. 

 Zuvor hatte das Land dringend empfohlen, einen Mundschutz zu tragen. Die Pflicht jetzt begründete Kretschmann damit, dass sich zu wenige Leute an die Empfehlung gehalten hätten. Auch seien die Nachbarländer Bayern und Hessen zur Pflicht übergegangen. Dem sei man nun gefolgt. 

 Wichtig: Die Kontaktbeschränkungen und auch die Abstandsregeln gelten weiterhin! Man solle laut Kretschmann nicht denken, dass man das jetzt wegen des Mundschutzes nicht mehr einhalten müsse: "Das ist on top zu den Abstandsregeln geltend." 

 Die Maskenpflicht werde kontrolliert. Über Sanktionen bei Verstößen werde man noch bis nächste Woche beraten. Die Dauer der Pflicht sei noch nicht abschätzbar. Möglicherweise bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Impfstoff gefunden werde. 

Ob auch kleine Kinder Masken tragen müssen? Das werde noch abgeklärt.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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