Erste Hilfe in Zeiten von Corona: Das solltet Ihr beachten

Stuttgart - Erste Hilfe rettet Leben - doch wie verhält es sich in Zeiten des Coronavirus? Was gilt es zu beachten?

Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht zur Diskussion, schreiben die Johanniter.
Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht zur Diskussion, schreiben die Johanniter.  © Johanniter

Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht in der aktuellen Corona-Pandemie zur Diskussion, schreiben die Johanniter in einer Mitteilung am Dienstag.

"Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten", zitiert das Schreiben Christine Hager, Sachgebietsleiterin Breitenausbildung der Johanniter in Stuttgart. Einen Notruf abzusetzen, sei das Minimum im Notfall. Das gelte genauso während der Corona-Pandemie. 

"Der Ersthelfer sollte dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben", so Hager. 

Wenn der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer sich unsicher sei, könne aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. 

Hager erklärt: "Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch." Gleichzeitig könne das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren.

Die Johanniter berufen sich auf die Arbeitsgemeinschaft der Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW), denen zufolge mehr als 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zu Hause aufträten. 

In vielen Fällen seien die Ersthelfer also Familienmitglieder oder andere nahe stehende Personen, die das Risiko einer möglichen Ansteckung in der Regel besser einschätzen könnten als eine fremde Person.

"Wenn möglich, sollten Sie, neben der Herzdruckmassage, auch die Atemspende geben", so Hager weiter. Falls der Ersthelfer selbst zur Corona-Risikogruppe gehöre, könnten andere Personen ermuntert werden, Erste Hilfe zu leisten. "Ist niemand in der Nähe, versuchen Sie, so gut es geht und mit angemessenem Sicherheitsabstand zu helfen." 

Wichtig: Ein Notruf sollte in jedem Fall abgesetzt werden.

Titelfoto: Johanniter

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