Nach Corona-Stillstand: Tourismus im Ländle kommt wieder auf Touren

Allensbach - Nach Wochen weitgehenden Stillstandes wegen der Corona-Pandemie ist der Tourismus in Baden-Württemberg mit Beginn der Pfingstferien wieder auf Touren gekommen.

Meersburg: Ausflügler laufen an der Uferpromenade von Meersburg entlang.
Meersburg: Ausflügler laufen an der Uferpromenade von Meersburg entlang.  © Felix Kästle/dpa

Im ganzen Land füllten sich bei frühsommerlichem Wetter Hotels und Campingplätze. 

Tagestouristen und Ausflügler zog es an Seen und Flüsse, auf die Gipfel des Schwarzwaldes oder auf die Schwäbische Alb. Staus gab es auf den Straßen im Südwesten kaum, wie das Innenministerium berichtete.

Christian Willam, der einen Campingplatz in Allensbach am Bodensee betreibt, zog am Montag eine positive Bilanz. 

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"Wir sind ausgebucht." Die meisten Gäste hielten sich problemlos an die Regeln zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus.

Tourismusminister Guido Wolf (CDU) sprach von einem ordentlichen Start ohne Euphorie. Der schon während der vergangenen Wochen sichtbare Trend zum naturbezogenen Tagesausflugstourismus setze sich fort. 

"Wo ich selbst unterwegs war, war ich sehr angetan davon, wie die Menschen mit der Einhaltung von Abstandsregeln umgehen", so Wolf. Es sei ein hohes Maß an Vorsicht erkennbar.

Die Geschäftsführerin des See Hotels Off in Meersburg (Bodenseekreis), Elisabeth Off, hatte dagegen mit mehr Gästen gerechnet. Das Haus sei Pfingsten etwa zu einem Viertel belegt gewesen, überwiegend mit Stammgästen. «Es geht langsam los», sagte sie. In ein bis zwei Wochen rechne sie mit deutlich mehr Buchungen.

Wellnessbereiche in Hotels öffnen wieder

Freiburg: Menschen sitzen an den Ufern der Dreisam und genießen das schöne Wetter.
Freiburg: Menschen sitzen an den Ufern der Dreisam und genießen das schöne Wetter.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Auch im Hotel Meschenmoser in Langenargen (Bodenseekreis) lief das Geschäft erst langsam an. Besonders ältere Gäste seien mit Buchungen noch zurückhaltend, sagte Silvia Meschenmoser. 

Noch fehle auch die Möglichkeit, den Urlaub am Bodensee mit Ausflügen nach Österreich und in die Schweiz zu verbinden. Eine höhere Nachfrage zeichne sich für den Sommer ab, sagte sie.

Unternehmern in Hotel und Gastronomie sei bewusst, dass sie die Verluste der Corona-Krise in dieser Saison nicht aufholen können, sagte Wolf. Nach einem verhaltenen Start am Freitag sei in den Hotels an vielen Orten eine Belegung von 50 Prozent erreicht worden. Damit könne das Geschäft noch nicht nachhaltig betrieben werden.

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Wolf kündigte an, dass die Schwimmbäder und Wellnessbereiche der Hotels in Baden-Württemberg vom kommenden Wochenende an wieder öffnen dürfen. "Die Hotellerie wartet sehnlichst auf die Möglichkeit, ihre Hotelbäder und -wellnessbereiche öffnen zu können."

Das werde den Unternehmen einen enormen Auftrieb geben. "Das ist ganz entscheidend für das Buchungsverhalten der Gäste", sagte Wolf. Der Verordnungsentwurf liege bereits vor.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) berichtete, die Polizei habe bei mehr als 7000 Kontrollen 237 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt, die eine Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit nach sich ziehen. "Je mehr wir weiter die gebotenen Regeln beachten, umso schneller kommen wir gemeinsam ans Ziel."

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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