Knallhart: So geht Südkorea gegen Quarantäne-Sünder vor!

Seoul (Südkorea) - Wer in Südkorea gegen aktuelle Corona-Schutzmaßnahmen verstößt, muss damit rechnen, verfolgt zu werden.

Polizisten mit Schutzmasken stehen Wache.
Polizisten mit Schutzmasken stehen Wache.  © dpa/Lee Jin-Man/AP

In Südkorea, wo es laut John Hopkins Universität nur etwas mehr als 10.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gibt, greift der Staat jetzt hart durch.

So wurde eine Ausgangssperre für all diejenigen angeordnet, die kürzlich aus dem Ausland einreisten.

Rund 54.000 Südkoreaner seien von der Selbstisolation betroffen, berichtete "Fox News". 160 Menschen, die dennoch draußen unterwegs waren, wurden bislang erwischt.

Coronavirus: Deutschlandweite Inzidenz erstmals seit September unter 10!
Coronavirus Coronavirus: Deutschlandweite Inzidenz erstmals seit September unter 10!

Damit sich diese Zahl nicht weiter erhöht, sollen Südkoreaner, die eigentlich in Quarantäne sein müssen, schon sehr bald streng überwacht werden.

Premierminister Chung Sye-kyun kam auf die Idee, die Quarantäne-Bürger mit Tracking-Armbändern zu überwachen und diese verfolgen, sollten sie ihre Wohnung verlassen.

Staat greift mit Verfolgungs-Armband durch

Menschen, die zum Schutz vor dem neuen Coronavirus eine Maske tragen, gehen über einen Fußgängerüberweg.
Menschen, die zum Schutz vor dem neuen Coronavirus eine Maske tragen, gehen über einen Fußgängerüberweg.  © dpa/Ahn Young-Joon/AP

"Nach eingehender Überlegung hat die Regierung beschlossen, Menschen, die gegen Selbstisolationsregeln verstoßen, elektronische Armbänder anzulegen", so der Premierminister auf einer Pressekonferenz am Samstag. 

Die Armbänder könnten verordnet werden, wenn unter Quarantäne Stehende ohne Vorankündigung nach draußen gehen oder keine Telefonanrufe beantworten.

Bereits in wenigen Wochen soll die neuartige Technik zur Verfügung stehen.

Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz sinkt unter 5
Coronavirus Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz sinkt unter 5

Momentan stimmt der rechtliche Rahmen für diese Maßnahme in dem Land noch nicht. Das Tragen der Armbänder wäre deshalb zurzeit freiwillig. Doch dies könnte sich in Südkorea rasch ändern.

Um weitere Infektionen zu verhindern, ergreift das südostasiatische Land verschiedene Maßnahmen und passt die Gesetze immer wieder daran an.

Ausländer werden beispielsweise einfach abgeschoben, wenn sie gegen die Selbstisolation verstoßen. Einheimische werden mit Strafen bis zu 7500 Euro belegt.

Wer ein Tracking-Armband freiwillig tragen sollte, könnte im Falle eines Verstoßes mit leichteren Strafen rechnen. Wann genau die neuen Tracking-Accessoires angelegt werden, ist noch offen.

Titelfoto: dpa/Ahn Young-Joon/AP, dpa/Lee Jin-Man/AP

Mehr zum Thema Coronavirus: