Super-Mutante Omikron? Was wir bisher über die neue Corona-Variante wissen

Berlin - Die Welt hält den Atem an! Noch vor wenigen Tagen war alles darauf ausgelegt, die Delta-Variante des Coronavirus endlich in den Griff zu bekommen. Nun droht eine neue Mutation namens Omikron noch gefährlicher zu werden. Vorab: Die Wissenschaft weiß noch nicht viel, doch das was sie vermutet, klingt nicht gut. Ein erster Überblick:

Hilft die Impfung gegen die neue Corona-Variante Omikron?
Hilft die Impfung gegen die neue Corona-Variante Omikron?  © Christoph Schmidt/dpa

"Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren", urteilt der Epidemiologe und Ex-Harvard-Forscher Eric Feigl-Ding (38) über die sehr schnell ansteigende Virenlast bei zwei Erkrankten in Hongkong. Es sehe so aus, als ob die neue Variante den Impfschutz wirklich tatsächlich umgehen könne.

Eine harte These, welche die Münchner Virologin Ulrike Protzer (59) mit ihrer Einschätzung der Lage einordnet. Dem Deutschlandfunk sagte sie, dass es möglich sei, dass Antikörper nicht mehr so effizient neutralisieren können, wie das bei anderen, bisher bekannten Mutanten, der Fall ist. Frisch nach einer Impfung gebe es aber genug von ihnen, um auch Virusvarianten "wegzuneutralisieren".

Auffrischungsimpfungen könnten das Immunsystem wieder "hochpushen". "Und dann - davon gehen wir alle aus - sollte das wieder ausreichen." Ihrer Meinung nach, solle man sich jetzt mit den vorhandenen Impfstoffen boostern lassen.

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Ob es später eine vierte Runde brauche - oder angepasste Impfstoffe - könne man jetzt noch nicht sagen.

Karl Lauterbach auf Twitter

Schützt die Impfung gegen Omikron?

Virologe Christian Drosten (49) bleibt gelassen, was die Impfstoff-Wirkung bei der neuen Variante angeht.
Virologe Christian Drosten (49) bleibt gelassen, was die Impfstoff-Wirkung bei der neuen Variante angeht.  © Michael Kappeler/dpa

Auch der Berliner Virologe Christian Drosten (49) blieb in einer ersten Einschätzung zunächst gelassen, was die Wirkung der Impfstoffe angeht. Diese sollten grundsätzlich gegen Omikron schützen, sagte er dem ZDF, insbesondere gegen schwere Krankheitsverläufe.

Allerdings umgeht die neue Variante wohl zumindest teilweise die Immunantwort des Körpers. Ein Indiz dafür, dass entdeckte Infektionen "in sehr großem Maße bei vorher bereits Genesenen" stattfinden würden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) teilte diese Meinung auf Twitter und ergänzte: "Die Impfungen werden Schutz vor schwerer Krankheit [...] bieten. Booster schützt wahrscheinlich voll."

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Auch AstraZeneca-Entwickler Andrew Pollard (56) ging im BBC-Gespräch nicht davon aus, "dass es in einer geimpften Bevölkerung einen Neustart der Pandemie wie im letzten Jahr geben wird".

Weniger optimistisch ist Epidemiologe Timo Ulrichs (50). "Diese Mutationen, unter anderem am Spike-Protein des Virus, könnten das Potenzial haben, die bestehende Immunisierung der bisher verwendeten Impfstoffe zu umgehen", warnte er bei watson.de. In dem Fall müsse man mit der Durchimpfung der Bevölkerung "wieder bei Null anfangen".

Und was sagen die Impfstoffhersteller selbst? Die können die Besorgnis der Menschen verstehen, so ein Biontech-Sprecher zur Bild. "Spätestens in zwei Wochen erwarten wir weiterführende Daten aus den Labortests." Bei einem schlechten Ergebnis könnte der Impfstoff binnen sechs Wochen angepasst und "und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen" ausgeliefert werden.

Karl Lauterbach (58), Gesundheitsexperte der SPD, teilt die Meinung von Virologe Drosten.
Karl Lauterbach (58), Gesundheitsexperte der SPD, teilt die Meinung von Virologe Drosten.  © Kay Nietfeld/dpa

Gemeinsam mit Partner Pfizer habe man " schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen".

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa/Michael Kappeler/dpa/Kay Nietfeld/dpa

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