Coronavirus: "Tag der Arbeit" auch in Bayern dieses Jahr nur online

München - Vor einem Jahr hatten die Gewerkschaften in Bayern am 1. Mai 75.000 Menschen zu ihren Kundgebungen gelockt - jetzt können die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg am Tag der Arbeit nicht gemeinsam auf die Straße gehen. Stattdessen gibt es Videobotschaften und Online-Aktionen.

Vor einem Jahr hatten die Gewerkschaften in Bayern am 1. Mai 75.000 Menschen zu ihren Kundgebungen gelockt. (Archivbild)
Vor einem Jahr hatten die Gewerkschaften in Bayern am 1. Mai 75.000 Menschen zu ihren Kundgebungen gelockt. (Archivbild)  © Nicolas Armer/dpa

Auf dem Münchner Marienplatz hatte der DGB Bayern den Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Werneke als Hauptredner erwartet. 

Wernekes Grußbotschaft stellt der Gewerkschaftsbund jetzt auf seine Homepage, zusammen mit dem Grußwort des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD).

Der bayerische DGB-Landesvorsitzende Matthias Jena wollte eigentlich in Bamberg sprechen, der bayerische IG-Metall-Chef Johannes Horn in Augsburg. Auch sie müssen es bei kurzen Videobotschaften im Internet belassen unter dem Motto "Solidarisch ist man nicht alleine!".

Traditionell finden bundesweit die meisten Gewerkschaftskundgebungen zum 1. Mai in Bayern statt: 99 Veranstaltungen waren es hier laut DGB im vergangenen Jahr gewesen. 

Aber wegen der Corona-Pandemie "findet der Tag der Arbeit 2020 im Netz statt. Denn Solidarität heißt in diesen Zeiten auch: mit Anstand Abstand halten!", erklärte der Gewerkschaftsbund.

Coronavirus-Kris: Videobotschaften der Gewerkschaftsfunktionäre und vieles mehr zum "Tag der Arbeit"

Neben Videobotschaften der Gewerkschaftsfunktionäre sind auch bunte Aktionen geplant. 

Der DGB München etwa hat dazu aufgerufen, mit Spielzeug, Gummibärchen oder anderen Utensilien sich eine eigene Mai-Demo zu basteln und ein Foto oder Video davon zu posten unter #Spielzeugdemo. Der DGB Mittelfranken ruft auf zu einer Fotoaktion mit Streikweste oder Fahne im Betrieb, am Fenster oder auf dem Balkon mit einer Aussage: "Solidarität heißt für mich...". Auch andere Regionalverbände machen Fotoaktionen.

Die im DGB organisierten Gewerkschaften im Freistaat haben rund 806.000 Mitglieder. Die mit Abstand größte Einzelgewerkschaft im DBG Bayern ist die IG Metall mit gut 380.000 vor Verdi mit 230.000 Mitgliedern.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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