Termin-Jagd nach der Corona-Impfung wird für manche zur Qual

Dresden - Marcel Welk (34) leidet an unheilbarer Myasthenie (Muskelschwäche). Eine Infusionstherapie bremst sein überschießendes Abwehrsystem aus. Dafür muss er aller zwei Wochen in die Klinik. Jetzt will sich Marcel gegen Corona impfen lassen, doch das ist gar nicht so einfach.

Marcel Welk (34) braucht zweimal im Monat eine Transfusion. Myasthenie tritt bei etwa 100 von einer Million Personen auf.
Marcel Welk (34) braucht zweimal im Monat eine Transfusion. Myasthenie tritt bei etwa 100 von einer Million Personen auf.  © Norbert Neumann

Er zählt mit Attest seiner Fachärztin als Hochrisikopatient zur Priorisierungsgruppe 1. "Doch ich kann nur an zwei Tagen im Monat geimpft werden, weil immer sieben Tage Abstand zu beiden Infusionen bleiben müssen", sagt Marcel.

"Ich habe über 100 Mal die Impfhotline angerufen. Man sagte immer, es gebe keinen Impfstoff oder legte einfach auf."

"Der Patient sollte sich an die Einzelfallkommission wenden", rät Kai Kranich, Sprecher des DRK, das die Impftermine koordiniert.

Die Kommission arbeitet seit 9. März im Corona-Stab des Sozialministeriums. Bislang gingen rund 1000 E-Mails und etwa 240 Briefe ein. Rund 100 Fälle konnten gelöst werden, zehn sind aktuell in Bearbeitung.

"Die Einzelfall-Stelle kann nur eine Einstufung in die Priorisierungsgruppen 2 oder 3 im Sinne der Impfverordnung vornehmen", stellt Referentin Dr. Theresa Schmotz vom Sozialministerium klar.

Marcel braucht also keinen Einzelfall-Antrag. Er hat jetzt schriftlich einen Impftermin am 14. April vom DRK erhalten. "Doch für den Zweittermin geht das Theater von vorne los."

Titelfoto: Norbert Neumann

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