Thrombose nach AstraZeneca-Impfung: Forscher aus Greifswald haben wohl die Lösung!

Greifswald - Forschern aus Mecklenburg-Vorpommern ist es offenbar gelungen, zu klären, warum nach einer Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca Thrombosen entstehen können. Auch wie sie behandelt werden können, wissen die Experten.

Ein Mann erhält seine Corona-Schutzimpfung (Symbolbild).
Ein Mann erhält seine Corona-Schutzimpfung (Symbolbild).  © dpa/Felix Kästle

Wissenschaftler der Greifswalder Universitätsmedizin haben einem Bericht des Radiosenders NDR 1 Radio MV die Lösung für das dringliche Problem bei den Corona-Impfungen gefunden.

Nach dem Impfstopp am 15. März haben sich die Experten um den Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin Andreas Greinacher an das Paul-Ehrlich-Institut gewendet und daraufhin Blutproben von sechs Betroffenen erhalten haben. Bei der Untersuchung fiel den Forschern auf, dass der Impfstoff von AstraZeneca die Thrombozyten, das sind Blutplättchen, aktiviert.

Dies geschieht normalerweise nur, wenn das Blut eine Wunde verschließen und heilen will, sodass kein Blut mehr gerinnen kann.

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Bei einigen Patienten, genaue Zahlen nannte der Radio-Bericht nicht, geschah dies jedoch ohne Wunde direkt am Gehirn. Das Blut gerann daraufhin.

Da der Vorgang so klar feststellbar sei, konnte den Betroffenen bereits mit einem Wirkstoff geholfen werden, der die Hirnthrombosen auflöste.

Mittel gegen Hirnthrombosen kann nicht vorsorglich verabreicht werden

Nach Impfungen mit dem Stoff von AstraZeneca traten mehrere Thrombosefälle auf. Einige davon können nun offenbar behandelt werden.
Nach Impfungen mit dem Stoff von AstraZeneca traten mehrere Thrombosefälle auf. Einige davon können nun offenbar behandelt werden.  © dpa/zb/Klaus-Dietmar Gabbert

Die Forscher stellten klar, dass das Mittel jedoch nicht ohne weiteres vorbeugend verabreicht werden könne. Das Blutgerinnsel müsse bereits aufgetreten sein.

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen noch im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlicht werden.

Beteiligt waren an der Studie auch Ärzte aus Österreich, nachdem dort eine Ärztin verstorben war, die mit AstraZeneca gegen das Coronavirus geimpft wurde. Bei ihr bildete sich ebenfalls eine solche Gehirnthrombose.

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Es ist indes nicht die erste bahnbrechende Entdeckung der Greifswalder Experten: Bereits 2011 fanden sie heraus, wie die EHEC-Epidemie behandelt werden konnte.

Die vor allem in Norddeutschland aufgetretene Krankheit konnte so gestoppt werden.

Titelfoto: dpa/zb/Klaus-Dietmar Gabbert

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