Traumziele in den Alpen: Gardasee und Bozen in der Corona-Pandemie

Bozen - Ein erster italienischer Espresso, ein kleiner Aperitif am Gardasee oder Bergluft in Bozen: Die Sehnsucht nach südländischen Urlaubsgefühlen lässt sich in Zeiten der Coronavirus-Pandemie zu Pfingsten durchaus bereits erfüllen.

Limone sul Garda ist vor allem bei ausländischen Touristen beliebt. Bürgermeister Antonio Martinelli (61) hofft trotz Corona auf Urlauber.
Limone sul Garda ist vor allem bei ausländischen Touristen beliebt. Bürgermeister Antonio Martinelli (61) hofft trotz Corona auf Urlauber.  © Petra Kaminsky/dpa

In Norditalien warten Hotels und Restaurants auf Urlauber aus Deutschland. "Wir sind gut vorbereitet und freuen uns riesig", sagt der Bürgermeister von Limone sul Garda, Antonio Martinelli (61), stolz.

In seiner Gemeinde am Westufer des größten italienischen Sees seien am nächsten Wochenende noch viele Hotelbetten frei, wirbt der 61-Jährige.

Und das, obwohl nach der monatelangen Corona-Zwangspause längst nicht alle Betriebe offen sind.

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Die oft windgeschützte Bucht von Limone und zudem die malerische Altstadt hatten dem Ort vor der Pandemie rund 1,3 Millionen Übernachtungen pro Jahr beschert. Im ersten Corona-Jahr brach die Besucherzahl dramatisch ein. Man zählte laut Martinelli allerdings immerhin noch immer 600.000 Übernachtungen in den Öffnungsphasen 2020.

Jetzt putzen sich immer mehr Betriebe für den ersehnten großen Neustart heraus: "Nächste Woche wird wohl die Hälfte der Unterkünfte wieder Gäste empfangen", berichtet der Bürgermeister.

Zum Baden sei das Wasser zwar noch etwas kalt, findet er. "Aber einfach Sonne zu tanken, ist doch auch schön."

Gardasee: Vorfreude auf erhoffte Besucher laut offiziellen Stellen groß

Einfach herrlich: Der Blick von Nago (Italien) auf den Gardasee.
Einfach herrlich: Der Blick von Nago (Italien) auf den Gardasee.  © Daniel Karmann/dpa

"Bei uns sind über Pfingsten noch Zimmer zu haben", bestätigt eine Mitarbeiterin im Hotel "All'Azzurro". Eine Vorbestellung sei okay, aber vermutlich würden auch spontane Gäste noch ein Bett bekommen, berichtet die Angestellte weiter.

Am Gardasee, manchmal liebste Badewanne der Deutschen genannt, hatte sich vor der Coronavirus-Pandemie Kritik am Massentourismus gemehrt.

Jetzt betonen die offiziellen Stellen die Vorfreude auf die erhofften Besucher. Aus dem Trentino etwa heißt es, dass man in Orten wie Riva del Garda und Nago-Torbole keinen Corona-Test brauche, um ins Restaurant zu gehen oder das Hotel zu betreten - anders als etwa in Südtirol. Der Gardasee, der besonders bei Besuchern aus Bayern ein Traumziel für kurze Ausflüge ist, gehört zu den Regionen Venetien, Lombardei und zur Provinz Trentino.

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Nachdem in Italien und Deutschland die Quarantänepflichten gefallen sind, reist es sich leichter. Dennoch bleibt einiges zu beachten!

Grundsätzlich warnt das Auswärtige Amt in Berlin trotz sinkender Corona-Zahlen in dem Mittelmeerland vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Italien". Rom verlangt in der Regel bei der Einreise einen höchstens 48 Stunden alten, negativen Test, egal ob Antigen- oder doch PCR-Test. Außerdem muss man ein Einreiseformular ausfüllen.

Dieses Dokument sollte vorab online erstellt werden - ähnlich wie bei der Rückreise nach Deutschland.

Südtirol-Corona-Pass als Zugangskarte etwa für Theater, Museen und Freibäder - Erholung in Alpen

Die Alpen nahe der kleinen italienischen Gemeinde Ritten in Südtirol: Wenn das Wetter mitspielt, verspricht ein Kurztrip Entspannung pur.
Die Alpen nahe der kleinen italienischen Gemeinde Ritten in Südtirol: Wenn das Wetter mitspielt, verspricht ein Kurztrip Entspannung pur.  © Petra Kaminsky/dpa

So wie die Orte am Lago di Garda versichern die Reiseziele Südtirols: Von Tag zu Tag sei mehr offen, Betten stünden auch kurzfristig bereit.

"Zu Pfingsten werden voraussichtlich zwischen 2000 und 2500 Betriebe geöffnet sein - vor allem in den Gebieten um Bozen, Brixen und Umgebung, an der Südtiroler Weinstraße mit Kalterer See, Meran sowie Umgebung und im Vinschgau", berichtet die Tourismusagentur IDM Südtirol. "Wir rechnen mit einem guten Saisonstart und einer Auslastung zwischen 50 und 70 Prozent", heißt es weiter.

Wenn das Wetter mitspielt, verspricht also ein Kurztrip von Bayern nach Bozen frische Alpenluft mit italienischem Flair. Wobei Südtirol in Sachen Corona in Italien oft einen Sonderkurs fährt: Aktuell bedeutet das, dass nicht nur die Außengastronomie offen ist - beziehungsweise nur Hotelgäste drinnen bedient werden dürfen -, sondern dass jeder mit negativem Coronavirus-Test drinnen speisen darf.

Dafür wird ein spezieller Südtirol-Corona-Pass ausgestellt. Er ist für vieles als Zugangskarte notwendig - etwa für Theater, Museen und Freibäder. Weil das ein bisschen umständlich klingt, aber mehr Sicherheit verspricht, werben die Behörden mit einem beglaubigten Nasenflügel-Selbsttest für Touristen, der kostenlos ist.

Wer vollständig geimpft oder genesen ist, kommt ohne den Corona-Pass aus.

"Es wird bereits daran gearbeitet, die Tests direkt in den Hotels anzubieten", heißt es bei IDM Südtirol. Jetzt müssen noch die Wetteraussichten für Bozen und den Gardasee besser werden - denn bisher ist Regen nicht ausgeschlossen.

Titelfoto: Petra Kaminsky/dpa

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