Trotz Corona und Protesten: Grausames Hundefleisch-Festival startet in China

Yulin - Zehn Tage lang können tausende Besucher frisch zubereitetes Hundefleisch erwerben. Das grausame Festival steht bereits seit Jahren in der Kritik. Doch trotz zahlreicher Proteste von Aktivisten und der Corona-Pandemie findet es auch in diesem Jahr im chinesischen Yulin statt.

Traurig blickt ein Welpe durch die Gitterstäbe eines Käfigs (Symbolbild).
Traurig blickt ein Welpe durch die Gitterstäbe eines Käfigs (Symbolbild).  © 123RF/sonjachnyj

In der Regel kommen tausende Menschen nach Yulin, um die Vierbeiner zu erwerben, welche in viel zu kleinen Käfigen ausgestellt sind. Diese werden meist noch vor den Augen des Käufers geschlachtet und zubereitet. 

Wie die britische Zeitung "The Sun" berichtet, wird es wohl diesmal das letzte Mal sein, dass das Festival zustande kommt. Die Regierung Chinas arbeitet bereits an neuen Gesetzen, um den Wildtierhandel zu verbieten. Zudem sollen auch Haustiere geschützt werden.

Denn bei den meisten Hunden, die für den Fleischhandel in China getötet werden, handelt es sich um gestohlene Haustiere, Wach- sowie um Straßenhunde, die aus den Städten und Dörfern mitgenommen werden.

Peter Li, Mitglied der Tierrechtsgruppe Humane Society International und Chinapolitik-Spezialist sagt, dass es ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt, dieses Festival zu erlauben.

Die Märkte sowie Restaurants sind vollkommen überfüllt. Das bietet eine gute Grundlage für die Verbreitung des Coronavirus. Li meint: "Ich hoffe, dass sich Yulin nicht nur um der Tiere willen, sondern auch im Interesse der Gesundheit und Sicherheit der Menschen ändern wird".

Die chinesische Regierung überdenkt derzeit ihr Verhalten zum Handel mit Tieren. Grund dafür ist, dass das Coronavirus angeblich von Fledermäusen stammt, die auf einem Wildtier-Markt in Wuhan angeboten wurden. Das Landwirtschaftsministerium in China spricht sich für eine Einstufung von Hunden als Haus- und nicht als Nutztiere aus.

Der Tierschützer Zhang Qiangian war am Samstag vor Ort in Yulin. Er meint, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis das Hundefleisch-Festival verboten wird. Laut seinen Informationen von Gesprächen mit den Fleischverkäufern soll der Verzehr von Hunden in Zukunft nicht mehr erlaubt sein. Jedoch werden diese Verbote ihre Zeit in Anspruch nehmen.

In der chinesischen Stadt Shenzen wurde der Handel sowie der Verzehr von Hund bereits als illegal eingestuft (TAG24 berichtete). Es wird erwartet, dass weitere Städte folgen werden.

In der vergangenen Woche wurden zehn Welpen, welche für die Schlachtung auf dem Markt vorgesehen waren, von Aktivisten gerettet. Diese sind nun auf den Weg in Tierheime, wo sie hoffentlich bald ein neues Zuhause finden werden. Über 10.000 Hunde wurden in den vergangenen Jahren für ihr Fleisch umgebracht.

Titelfoto: 123RF/sonjachnyj

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