Trotz oder wegen Omikron? Dänemark und England sagen Corona-Maßnahmen "Auf Wiedersehen"

Kopenhagen/London - Es scheint paradox: Trotz Zehntausender Neuinfektionen pro Tag wollen Dänemark und England künftig fast ohne Corona-Maßnahmen auskommen. Auf der Insel durften die Masken am Donnerstag erneut in den Schrank verbannt werden, bei unserem nördlichen Nachbarn ist das in der kommenden Woche der Fall. Trafen die zuständigen Regierungen ihre Entscheidung trotz oder wegen der Omikron-Variante?

Im Dezember standen die Menschen in Dänemark noch Schlange an einem Testcenter. Das dürfte jetzt vorbei sein.
Im Dezember standen die Menschen in Dänemark noch Schlange an einem Testcenter. Das dürfte jetzt vorbei sein.  © Henning Bagger/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

"Wir sagen 'Auf Wiedersehen' zu Einschränkungen und 'Hallo' zu dem Leben, das wir vor Corona kannten", jubilierte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (44) über die Entscheidung, dass ihre Landsleute ab dem 1. Februar an so gut wie allen Orten keine Maske mehr tragen, oder einen Impfausweis vorzeigen müssen.

Die hohe Impfbereitschaft hätte sich als "Superwaffe" herausgestellt. Dank Omikron gebe es seltener schwere Krankheitsverläufe und die Krankenhauseinweisungen seien verhältnismäßig gering.

In England mutet das Leben derweil schon seit Donnerstag wieder weitestgehend normal an. Nachdem die Omikron-Welle zuletzt wieder spürbar abgeebbt war, muss künftig in Innenräumen keine Maske mehr getragen werden. Einzig in London braucht man sie noch in Bussen und Bahnen.

Einreise nach England wird wieder erleichtert

In London braucht macht man in Bussen und Bahnen noch eine Maske. Anderweitig wurde aber gelockert.
In London braucht macht man in Bussen und Bahnen noch eine Maske. Anderweitig wurde aber gelockert.  © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Auch die Impf- oder Testnachweise in den Clubs oder denn eh immer rappelvollen Stadien sind Geschichte.

Eine positive Nachricht gibt es auch für geimpfte Reisende: Ab dem 11. Februar fällt der Pflichttest nach Ankunft weg.

Trotz aller Freude über die wiedergewonnene Freiheit mahnte Dänen-Chefin Frederiksen indes, auch künftig Rücksicht zu nehmen auf Risikogruppen wie Ältere, gesundheitlich Geschwächte und Menschen mit chronischen Erkrankungen. "Jeder muss sich auch in einem offenen Dänemark sicher fühlen."

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Und wie schaut es in Deutschland aus? Exakt zwei Jahre nach dem ersten Corona-Fall vermeldete das RKI am Donnerstag erneut eine Rekord-Inzidenz. 203.136 Neuinfektionen binnen eines Tages ließen den Sieben-Tage-Wert auf 1017,4 klettern.

Titelfoto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

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