Deshalb stoppt Tschechien die Einäscherung von Leichen aus den Nachbarstaaten

Prag - Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verbietet Tschechien die Einfuhr von Leichnamen zur Einäscherung aus den Nachbarstaaten.

Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzkleidung schiebt eine Leiche in die Pathologie des Regionalkrankenhauses in Zlin.
Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzkleidung schiebt eine Leiche in die Pathologie des Regionalkrankenhauses in Zlin.  © Dalibor Glück/CTK/dpa

Die Maßnahme gelte von Dienstag an und vorerst bis zum 22. Januar, teilte das für das Bestattungswesen zuständige Ministerium für Regionalentwicklung am Montag mit.

Vor allem Krematorien im Grenzgebiet zu Deutschland und Österreich hätten ihre Leistungen auch im benachbarten Ausland angeboten, hieß es.

Der Grund für die Einschränkungen sei der erwartete weitere Anstieg der Todeszahlen in Tschechien, teilte Regionalministerin Klara Dostalova mit.

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Mehrere der landesweit 27 Krematorien seien nahe an der Kapazitätsgrenze oder hätten diese bereits erreicht. Unter normalen Umständen könnten bis zu 700 Einäscherungen täglich vorgenommen werden.

Diese Zahl solle nun auf 800 erhöht werden. Erdbestattungen sind in dem weitgehend atheistisch geprägten Land selten geworden.

Tschechien ist derzeit besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Am Montag meldeten die Behörden 4283 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 835.000 bestätigte Infektionen und 13.272 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Titelfoto: Dalibor Glück/CTK/dpa

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