Tschechiens Krankenhäuser sind wegen Corona voll, Deutschland soll helfen

Prag - Tschechien nimmt in der Corona-Krise nach langem Zögern nun doch Hilfsangebote aus dem Ausland an und bittet Deutschland, Polen und die Schweiz um die Übernahme und Behandlung von mindestens einem Dutzend Covid-19-Patienten.

Tschechische Krankenhäuser sind überlastet, deswegen sollen bald einige Corona-Patienten in Nachbarländer transportiert werden.
Tschechische Krankenhäuser sind überlastet, deswegen sollen bald einige Corona-Patienten in Nachbarländer transportiert werden.  © Petr David Josek/AP/dpa

Das teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Freitagnachmittag mit. Grund sei die Überlastung der Krankenhäuser, sodass die üblichen Behandlungsstandards nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Konkrete Patienten seien noch nicht ausgewählt worden. Die Entscheidung liege beim jeweiligen behandelnden Arzt.

"Wir sind in einer Situation, in der wir niemals sein wollten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. Noch wenige Stunden zuvor hatte er ausländische Hilfe nicht sofort für nötig gehalten. Doch der Druck auf die Krankenhäuser wächst nach Angaben der Behörden stetig.

Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie in Deutschland. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 800 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Seit Pandemiebeginn gab es knapp 1,3 Millionen nachgewiesene Infektionen und 21.325 Todesfälle.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Deutschland seinen Nachbarn unterstützt: Schon Ende Februar stellte Sachsen neun Betten für tschechische Corona-Patienten zur Verfügung, außerdem lieferten erst vor Kurzem Sachsen, Bayern und Thüringen 15.000 Impf-Dosen nach Tschechien.

Titelfoto: Petr David Josek/AP/dpa

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