Suche nach Corona-Impfstoff: Curevac will an die Börse gehen

New York/Tübingen - Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac, das an einem Corona-Impfstoff forscht, treibt seine Pläne für einen Börsengang in den USA voran.

Die Tübinger Firma Curevac sucht nach einem Corona-Impfstoff.
Die Tübinger Firma Curevac sucht nach einem Corona-Impfstoff.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die Tübinger Firma reichte am Freitag einen entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. 

Dem vorläufigen Wertpapierprospekt zufolge sollen die Aktien unter dem Tickerkürzel "CVAC" an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistet werden. Zum konkreten Zeitplan und Volumen des Börsengangs gab es noch keine Angaben. 

Als Emissionserlös wurde bislang lediglich ein Platzhalterbetrag von 100 Millionen Dollar eingetragen.

Am Dienstag erst hatte Curevac mitgeteilt, umgerechnet weitere 110 Millionen Euro von Investoren eingesammelt zu haben. Neben dem Staatsfonds von Katar habe sich eine Gruppe weiterer schon bestehender und neuer Geldgeber an der Finanzierungsrunde beteiligt. 

Inklusive vorheriger Beteiligungen des Bundes in Höhe von 300 Millionen Euro und des Pharmariesen GlaxoSmithKline von 150 Millionen beläuft sich das Gesamtvolumen der Kapitalbeteiligungen nun auf 560 Millionen Euro. Curevac forscht wie etliche andere Unternehmen an der Entwicklung eines weltweit dringend benötigten Corona-Impfstoffs.

Wirbel um Curevac im März

Anfang März hatte US-Präsident Donald Trump den damaligen Curevac-Chef, Dan Menichella, und weitere Pharmavertreter ins Weiße Haus eingeladen, um sich über die Impfstoffsuche zu informieren. Kurz darauf gab es Wirbel um die Firma mit Sitz in Tübingen.

Medienberichten zufolge versuchte Trump, den Impfstoff exklusiv für sein Land zu sichern und bot dafür einen hohen Betrag, was für Empörung sorgte. Der Hauptinvestor von Curevac, SAP-Gründer Dietmar Hopp, dessen Beteiligungsgesellschaft die Mehrheit am Unternehmen hält, lehnte jedoch sowohl einen Verkauf als auch eine Exklusivproduktion für Trump vehement ab.

Danach stieg der Bund über die staatliche Förderbank KfW bei der Firma ein.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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