Ergebnisse der Impfstoff-Studie von Curevac noch im Sommer erwartet

Tübingen - Der Leiter der ersten klinischen Studie mit dem Corona-Impfstoff der Firma Curevac an der Uniklinik Tübingen (TAG24 berichtete) rechnet bereits in zwei Monaten mit ersten Ergebnissen.

Februar 2020: Professor Peter Kremsner (2.v.l.), Direktor des Instituts für Tropenmedizin, auf einer Pressekonferenz der Universitätsklinik Tübingen.
Februar 2020: Professor Peter Kremsner (2.v.l.), Direktor des Instituts für Tropenmedizin, auf einer Pressekonferenz der Universitätsklinik Tübingen.  © Markus Niethammer/dpa

"Das wird ziemlich fix gehen", sagte Professor Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin, an dem der Wirkstoff getestet wird. Die Probandenuntersuchungen seien am Donnerstag angelaufen, aber die erste Impfung stehe noch aus.

Der erste Proband sei ein junger Mensch. "Er wird dann erst mal 24 Stunden bei uns in der Abteilung überwacht", so Kremsner. Das Ziel der ersten Phase der Studie sei es, etwas über die Verträglichkeit und die Immunabwehr zu erfahren. 

Nach und nach sollen mehr als 100 gesunde Freiwillige im Alter zwischen 18 und 60 Jahren an der Studie teilnehmen.

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. 

Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. 

Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Ein Mann schaut sich in einem Curevac-Labor einen Träger mit Bakterien an, aus denen DNA und anschließend RNA gewonnen wird. (Archivbild)
Ein Mann schaut sich in einem Curevac-Labor einen Träger mit Bakterien an, aus denen DNA und anschließend RNA gewonnen wird. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Für die Uniklinik Tübingen sei es ein Heimspiel, sagte Kremsner. In Phase zwei der Studie soll die Gruppe der Probanden um ältere Menschen erweitert werden. Auch Kinder sollen den Impfstoffkandidaten irgendwann bekommen.

Zwei Monate habe die Vorbereitung der Studie gedauert, rund 30 Mitarbeiter seien beteiligt.

Update: 14.55 Uhr

Junge Frau ist erste Probandin

Die Studie mit dem Corona-Impfstoff der Firma Curevac ist am Freitag in die heiße Phase gegangen: Eine Freiwillige erhielt an der Uniklinik Tübingen die erste Impfung. 

Anschließend bleibe die junge Probandin 24 Stunden unter Beobachtung - sie werde dabei sowohl vom Monitor als auch von Ärzten überwacht, sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur. "Bei Impfstudien ist bisher noch nie etwas Gravierendes passiert, aber wir wollen auf Nummer sicher gehen."

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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