US-Moderator: "Die meisten Corona-Toten sind sowieso in den letzten Atemzügen"

USA - Der US-amerikanische Moderator Bill O’Reilly (70), welcher zudem zahlreiche Bestseller veröffentlichte, steht stark in der Kritik. In einem Radiointerview wirft er mit fragwürdigen Aussagen bezüglich des Coronavirus um sich.

Im Jahr 2017 wurde Bill O’Reilly sexuelle Belästigung von mehreren Frauen vorgeworfen. Er gilt als jähzornig.
Im Jahr 2017 wurde Bill O’Reilly sexuelle Belästigung von mehreren Frauen vorgeworfen. Er gilt als jähzornig.  © instagram/billoreilly

Bill O’Reilly sorgte schon oft für Diskussionen. Der Amerikaner war über zwanzig Jahre Fernsehmoderator des erfolgreichen Nachrichten-Senders Fox News.

Zugleich veröffentlichte er zahlreiche Bücher, welche in Amerika und auch in Deutschland zu Bestsellern worden. 

Darunter zählen "Killing Jesus" oder "Killing Kennedy", in welchen er über die angeblich wahren Umstände ihres Todes aufklärt. 

Die offensive Art des Moderators machte ihn nicht zum umgänglichsten Interviewpartner. Doch nun übertrieb er es gehörig.

Am Mittwoch war O’Reilly Gast bei der Radiosendung eines ehemaligen Kollegen, Sean Hannity. 

Während der Sendung machte O’Reilly bereits zu Beginn fragwürdige Aussagen. Er freute sich über das Ausscheiden von Bernie Sanders und meinte, dass die Rückkehr zur Normalität der Amerikaner bald stattfinden würde.

Doch der Höhepunkt folgte noch. Bill O’Reilly zweifelte die Vorhersagen zu Todeszahlen aufgrund des Virus an. Und sagte:

"Viele Leute, die nun sterben, hier und auch überall sonst auf der Welt, sind sowieso in ihren letzten Atemzügen. Das soll jetzt nicht herzlos klingen."

O’Reilly feuerte sogar noch nach

In New York gibt es vorübergehende Begräbnisse für all die Toten, doch für O’Reilly sind das ja alles nur Fake News.
In New York gibt es vorübergehende Begräbnisse für all die Toten, doch für O’Reilly sind das ja alles nur Fake News.  © John Minchillo/AP/dpa

Sein Radiopartner Hannity sah den mutmaßlichen Shitstorm schon auf Bill O’Reilly zukommen: 

"Oh Mann, für diese Aussage wirst du auseinandergenommen!"

Doch Bill O’Reilly feuerte sofort zurück:

"Es ist mir egal. Ich meine, ich bin ein einfacher Mann, der die Wahrheit sagt."

Anschließend fand das Gespräch wieder zurück zu anderen Themen. Doch letztlich endete Bill O’Reilly mit der Aussage, dass die offiziellen Zahlen der Toten zwecks Corona nicht stimmen könnten.

Denn, so der Moderator, jeder würde gezählt werden, der nun stirbt, egal ob er Corona hat oder nicht.

Mit diesen äußerst herabwürdigenden Aussagen steht Bill O’Reilly jedoch nicht alleine da. Schon mehrere in der Öffentlichkeit stehende Personen hatten sich in den USA dazu geäußert, dass die offiziellen Todeszahlen stark anzuzweifeln wären.

Bill O’Reilly wird in den Medien zerrissen. Doch anstatt eine Entschuldigung anzubringen, behauptet O’Reilly über Twitter, dass die "Linken "ihn mit ihrer Auslegung "bestrafen wollen".

Weltweit haben Menschen mit Verlust und Trauer ihrer Familienangehörigen, ihrer Freunde und Bekannten zu kämpfen. In der Krise diese Art von Worten zu wählen, wird wohl niemals Trost spenden. 

Titelfoto: John Minchillo/AP/dpa & instagram/billoreilly

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