US-Vizepräsident Pence verzichtet bei Klinikbesuch auf Maske

Deutschland/Welt - Das Coronavirus breitet sich in Deutschland zum Glück etwas langsamer aus. Die derzeitige Lage hat jedoch weiterhin drastische Auswirkungen auf das Leben.

Deutschland kann mit einer Schutzmaske über Mund und Nase größtenteils ein wenig aufatmen. (Archivbild)
Deutschland kann mit einer Schutzmaske über Mund und Nase größtenteils ein wenig aufatmen. (Archivbild)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen und Sportevents sind abgesagt. Dennoch kann Deutschland, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils ein wenig aufatmen.

Am 20. April traten die ersten vorsichtigen Lockerungen der vorherigen Maßnahmen in Kraft. Wie sich das auf die Verbreitung des Coronavirus auswirken wird, werden die Zahlen zeigen.

Mittlerweile gibt es 159.819 bestätigte Infektionen in Deutschland, 6310 Todesfälle und 117.400 Genesene (Stand 28. April, 22.20 Uhr).

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Die USA hat weiterhin weltweit die meisten Fälle - knapp 1 Million. 57.812 Menschen sind auch bereits gestorben (Stand 28. April, 22.20 Uhr)

In Italien gibt es derzeit 201.505 Nachweise. Der traurige Spitzenreiter Europas ist Spanien mit 232.128 infizierten Menschen (Stand 28. April, 22.20 Uhr).

Weltweit gibt es über 3 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 215.400 Todesfälle. Insgesamt haben sich rund 920.000 Menschen wieder erholt (Stand 28. April, 22.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 28. April, 23.19 Uhr: Fitch stuft die Kreditwürdigkeit Italiens wegen Corona-Krise herab

Angesichts der wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Krise hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien um eine Stufe gesenkt. Die Bonitätsnote werde von "BBB" auf "BBB-" reduziert, teilte Fitch am Dienstag in London mit. Die Note liegt damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau, das spekulative Anlageformen beschreibt.

Fitch geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um acht Prozent schrumpfen werde. Man erwarte, dass das Coronavirus in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle gehalten werde und es im Jahr 2021 zu einer Erholung der Wirtschaft komme. 

Es könne aber noch schlimmer kommen, falls es zu einer zweiten Welle der Virusausbreitung komme und die Wirtschaft erneut heruntergefahren werden müsse, heißt es in der Mitteilung. Dann sei mit einer noch schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr zu rechnen.

Der Schuldenstand dürfte laut Fitch um 20 Prozentpunkte auf 156 Prozent des BIPs bis zum Jahresende steigen. Mittelfristig dürfte er sich auf einem sehr hohen Niveau stabilisieren. Dies stelle ein Stabilitätsrisiko dar. Italien hatte schon vor der Corona-Krise den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone.

Der Ausblick für das Rating ist laut Fitch stabil. Es droht also zunächst keine weitere Herabstufung. Fitch verweist auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Finanzierungskosten für Italien niedrig halten dürfte. Das Rating könnte jedoch in Gefahr geraten, falls die Regierung keine glaubwürdige Wachstums- und Haushaltspolitik umsetze.

Das italienische Wirtschaftsministerium teilte am Abend mit, Minister Roberto Gualtieri (53) habe die Entscheidung der Ratingagentur zur Kenntnis genommen. Die von Fitch genannte schwache wirtschaftliche Entwicklung des Landes, mit der die Agentur die Herabstufung begründe, sei allerdings äußeren und temporären Umständen geschuldet, hieß es in der Mitteilung in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie. 

Andere Ratingagenturen hätten sich anders entschieden, hieß es weiter. "Die Grundlagen der italienischen Wirtschaft und der öffentlichen Finanzen bleiben solide."

Update, 28. April, 22.56 Uhr: US-Vizepräsident Pence verzichtet bei Klinikbesuch auf Maske

US-Vizepräsident Mike Pence (60) hat ungeachtet einer entsprechenden Vorschrift bei einem Klinikbesuch in der Corona-Krise keine Atemschutzmaske getragen. Auf Videos war zu sehen, wie Pence am Dienstag am Bett eines Patienten in dem Krankenhaus in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota stand. 

Alle Personen um ihn herum hatten Nase und Mund mit Masken bedeckt. Die Mayo Clinic schrieb auf Twitter, Pence sei vor seiner Ankunft über die Richtlinie zum Tragen von Masken informiert worden. Wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Tweets wurde dieser wieder gelöscht.

Seit Mitte April verlangt die Klinik von allen Patienten und Besuchern, eine Atemschutzmaske zu tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Vizepräsident Pence leitet die Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Die Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt seit Anfang April, dass im Kampf gegen das Coronavirus auch gesunde Menschen ohne Symptome Stoffmasken in der Öffentlichkeit tragen sollten. Dies gelte vor allem für Situationen, in denen es schwierig sei, stets genügend Distanz zu anderen Menschen zu halten.

US-Präsident Donald Trump (73) hatte im Anschluss an die Bekanntgabe der Empfehlung gesagt, die Maßnahme sei freiwillig und er habe sich dazu entschieden, keine Maske zu tragen.

Pence sagte am Dienstag mitreisenden Journalisten zufolge zu seinem Verzicht auf eine Maske, als Vizepräsident werde er regelmäßig auf das Coronavirus getestet, ebenso wie sein Umfeld. Und da er nicht infiziert sei, habe er gedacht, der Besuch sei eine gute Möglichkeit, um mit Forschern und Klinikpersonal zu sprechen und ihnen für ihre Arbeit zu danken.

US-Vizepräsident Pence verzichtet bei Klinikbesuch auf Maske
US-Vizepräsident Pence verzichtet bei Klinikbesuch auf Maske  © dpa/AP/Jim Mone

Update, 28. April, 22.53 Uhr: Ford erwartet fünf Milliarden Dollar Quartalsverlust

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford rechnet angesichts der Corona-Pandemie mit tiefroten Zahlen im laufenden Quartal. Das bereinigte Betriebsergebnis dürfte mit mehr als fünf Milliarden Dollar ins Minus geraten, da die Autoverkäufe weltweit erheblich zurückgingen, warnte der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss.

Bereits im vergangenen Quartal musste Ford einen Nettoverlust von 2,0 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) verkraften. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 1,1 Milliarden Dollar verdient. Die Erlöse sanken um 15 Prozent auf 34,3 Milliarden Dollar. Die Pandemie hat Produktion und Autoverkäufe schwer belastet.

Ford gab zudem bekannt, bestehende Kreditlinien im Volumen von 15 Milliarden Dollar ausgeschöpft und Anleihen im Wert von acht Milliarden Dollar ausgegeben zu haben, um die Liquiditätsreserven in der Krise zu stärken. 

Am Markt kam der Geschäftsbericht nicht gut an, die Aktie geriet nachbörslich mit mehr als sechs Prozent ins Minus. 

Update, 28. April, 22.51 Uhr: Brasilien verlängert Einreise-Sperre für Ausländer per Flugzeug

Die brasilianische Regierung von Präsident Jair Bolsonaro (65) hat die Einreise nach Brasilien auf dem Luftweg wegen der Corona-Pandemie um weitere 30 Tage eingeschränkt. Dies geht aus einer Veröffentlichung im "Diário Oficial", einer Art Amtsblatt, vom Dienstag hervor. Demnach dürfen Ausländer, die nicht permanent in Brasilien leben, per Flugzeug weiter nicht in das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas einreisen.

Die Einschränkung hatte seit Ende März zunächst für 30 Tage gegolten. Nicht betroffen von der Einschränkung sind Ausländer, die Frachttransporte durchführen oder sich im internationalen Transit befinden. Brasiliens Regierung hatte seit Beginn der Corona-Krise verschiedene Einreisebeschränkungen erlassen. Mehr als 66.500 Menschen haben sich in dem Land mit dem Virus infiziert, mindestens 4543 sind im Zusammenhang damit bislang gestorben.

Update, 28. April, 22.50 Uhr: Amerikanisches Corona-Schiff erreicht Marine-Stützpunkt

Wegen eines Coronavirus-Ausbruchs an Bord ist der US-Zerstörer "USS Kidd" an einen Marinestützpunkt zurückgekehrt. Das Schiff sei am Dienstag in San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien eingetroffen, erklärte die US-Marine. 64 der rund 350 Besatzungsmitglieder des Schiffs wurden demnach inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet.

Seitdem sich vergangene Woche eine erste Infektion bestätigt hatte, wurde mehr als die Hälfte der Crew-Mitglieder auf das Virus getestet. Zwei infizierte Seemänner wurden zur Behandlung bereits vorzeitig an Land gebracht und 15 weitere an ein anderes Schiff übergeben. Das Schiff ist normalerweise in der Karibik und im Ostpazifik zur Bekämpfung des illegalen Drogenhandels im Einsatz.

Das Coronavirus macht der US-Marine seit Wochen zu schaffen. Fast 1000 Besatzungsmitglieder des US-Flugzeugträgers "2USS Theodore Roosevelt" haben sich mit dem Coronavirus infiziert, weswegen das hochgerüstete Kriegsschiff vor der Pazifikinsel Guam vor Anker liegt.

Die «USS Kidd» passiert die Innenstadt von San Diego auf dem Weg zum Marinestützpunkt.
Die «USS Kidd» passiert die Innenstadt von San Diego auf dem Weg zum Marinestützpunkt.  © dpa/AP/Gregory Bull

Update, 28. April, 22.25 Uhr: IWF gewährt Nigeria wegen Corona-Krise Milliardenhilfe

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährt Nigeria wegen der Corona-Krise Nothilfe in Höhe von 3,4 Milliarden US-Dollar. Der westafrikanische Staat sei sowohl vom drastischen Verfall der Ölpreise als auch von den Folgen der Coronavirus-Pandemie betroffen, erklärte der IWF am Dienstag. Die Unterstützung des Fonds solle helfen, Wirtschaft und Währung in Afrikas bevölkerungsreichstem Staat zu stabilisieren, hieß es weiter.

Der IWF unterstützt wegen der Coronavirus-Pandemie zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Finanzierung für Nigeria ist aber das bislang größte IWF-Hilfspaket für ein einzelnes Land.

Sobald die Krise überstanden sei, müsse Nigeria seinen Staatshaushalt wieder konsolidieren, um eine zu hohe Verschuldung zu vermeiden, mahnte der IWF. Nigeria ist Afrikas größte Volkswirtschaft - die Regierung ist jedoch sehr abhängig von Einnahmen aus Ölexporten.

Dutzende Länder haben wegen der Corona-Krise bereits Nothilfen oder Kredite beim in Washington ansässigen IWF beantragt. Dessen Gespräche über Finanzhilfen mit größeren Schwellenländern wie Ägypten und Südafrika laufen dem Vernehmen nach noch. 

Update, 28. April, 21.57 Uhr: US-Vizepräsident Pence verzichtet bei Klinikbesuch auf Maske

US-Vizepräsident Mike Pence hat ungeachtet einer entsprechenden Vorschrift bei einem Klinikbesuch in der Corona-Krise keine Atemschutzmaske getragen. Auf Videos war zu sehen, wie Pence am Dienstag am Bett eines Patienten in dem Krankenhaus in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota stand. 

Alle Personen um ihn herum hatten Nase und Mund mit Masken bedeckt. Die Mayo Clinic schrieb auf Twitter, Pence sei vor seiner Ankunft über die Richtlinie zum Tragen von Masken informiert worden. Wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Tweets wurde dieser wieder gelöscht.

Seit Mitte April verlangt die Klinik von allen Patienten und Besuchern, eine Atemschutzmaske zu tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Update, 28. April, 21.38 Uhr: Formel-1-Notplan auch mit Hockenheim?

Die Formel 1 könnte in ihren Not-Kalender für diese Saison Medienberichten zufolge auch ein Rennen auf dem Hockenheimring aufnehmen. Die Geschäftsführung der Rennstrecke bestätigte dem SWR erste Gespräche mit den Machern der Rennserie über die Option, einen Grand Prix ohne Zuschauer zu veranstalten. Da jedoch Großveranstaltungen in Deutschland bis Ende August untersagt sind, habe es noch keine konkreten Verhandlungen gegeben.

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Update, 28. April, 21.21 Uhr: Grünes Licht für Geisterspiele?

Die Fußball-Bundesliga hat offenbar eine wichtige Hürde auf dem Weg zu Geisterspielen aufgrund der Coronavirus-Pandemie gemacht. Das Bundesarbeitsministerium hat nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in Sachen Arbeitsschutz grünes Licht für Spiele der 1. und 2. Liga unter Ausschluss von Zuschauern gegeben. 

"Der Arbeitsschutz der Spieler, Trainer und Betreuer kann bei vollständiger Umsetzung des Konzepts weitgehend sichergestellt werden", heißt es demnach mit Blick auf ein weiterentwickeltes Wiederaufnahme-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) in einem Schreiben von Björn Böhning (SPD) als Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium.

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Das letzte Geisterspiel: Gladbach gegen Köln.
Das letzte Geisterspiel: Gladbach gegen Köln.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 28. April, 21.13 Uhr: Übersicht aus Deutschland und der Welt

Knapp 3000 neue Heilungen im Vergleich zum Vortag.
Knapp 3000 neue Heilungen im Vergleich zum Vortag.  © TAG24
Derzeit gibt es 36.109 Infizierte in Deutschland.
Derzeit gibt es 36.109 Infizierte in Deutschland.  © TAG24
Die Verteilung der Corona-Fälle auf die Bundesländer.
Die Verteilung der Corona-Fälle auf die Bundesländer.  © TAG24
Westeuropa ist am meisten betroffen.
Westeuropa ist am meisten betroffen.  © TAG24
So sieht es derzeit in den USA aus.
So sieht es derzeit in den USA aus.  © TAG24

Update, 28. April, 21.07 Uhr: Saarländischer Verfassungsgerichtshof kippt Ausgangsbeschränkungen

Im Saarland müssen die im Zuge der Corona-Pandemie verfügten Ausgangsbeschränkungen nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs sofort gelockert werden. Es gebe "aktuell keine belastbaren Gründe für die uneingeschränkte Fortdauer der strengen saarländischen Regelung des Verbots des Verlassens der Wohnung" mehr, entschieden die Verfassungsrichter am Dienstag. 

Das heißt: Begegnungen in Familien sowie das Verweilen im Freien unter Wahrung der notwendigen Abstände und Kontaktbeschränkungen seien ab sofort wieder möglich.

Titelfoto: dpa/AP/Jim Mone

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