Verdienstausfälle: Eltern dürfen auf Entschädigungen hoffen

Berlin - Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. 

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU, 2. v.l.) rechts flankiert von Amin Laschet (59, CDU). Zudem spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, links) mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).
Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU, 2. v.l.) rechts flankiert von Amin Laschet (59, CDU). Zudem spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, links) mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind. 

Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. 

Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. 

Inzwischen werden aber auch einzelne Klassen nach Hause geschickt.

Wer eine "vermeidbare Reise" in ausländische Risikogebiete macht, soll dagegen nach der Rückkehr für die Zeit der vorgeschriebenen Quarantäne keine Verdienstausfallentschädigung mehr bekommen. 

Ausgenommen sein sollen "außergewöhnliche Umstände", etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger. 

Nicht dazu zählen andere private Feiern, Urlaubsreisen und verschiebbare Dienstreisen. Welche Länder die Bundesregierung als Risikogebiet einstuft, ist auf einer Online-Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) angegeben.

Die Gesetzespläne sehen zudem weitere Regelungen vor, die von der vom Bundestag festgestellten "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" ausgehen. 

So soll das Bundesgesundheitsministerium regeln können, dass auch Nichtversicherte Anspruch auf Schutzimpfungen und Testungen haben. Zudem soll die Nutzung einer digitalen Einreiseanmeldung nach Aufenthalten in Risikogebieten vorgeschrieben werden können. Der Einsatz neuer Schnelltests soll erleichtert werden. Bei Bedarf sollen auch Kapazitäten tiermedizinischer Labore genutzt werden können.

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) sagte: "Wir erleben derzeit eine kritische Phase der Pandemie. Die Lage ist ernst." Das dynamische Ausbruchsgeschehen zeige, dass man schnell reagieren können müsse. Dem Gesetz muss der Bundesrat zustimmen, es soll voraussichtlich im Dezember in Kraft treten.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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