Virologe nach Lockdown-Verlängerung: "Wäre besser, drei Wochen komplett den Laden dicht zu machen"

Gießen - Der Virologe Friedemann Weber sieht weitere und auch schärfere Maßnahmen angesichts der mutierten Varianten des Coronavirus als sinnvoll an.

Ein Apotheker hält eine FFP2-Maske: Die Maskenpflicht in den Bundesländern soll verschärft werden.
Ein Apotheker hält eine FFP2-Maske: Die Maskenpflicht in den Bundesländern soll verschärft werden.  © Friso Gentsch/dpa

"Ich halte das nicht für Alarmismus", sagte der Leiter des Instituts für Virologie der Uni Gießen der Deutschen Presse-Agentur.

Die Infektionszahlen seien in Großbritannien nach oben geschossen – "das will man nicht haben", sagte der Forscher. "Das Szenario ist real, die Möglichkeit besteht auch hier."

Bund und Länder hatten am Dienstag den Lockdown bis Mitte Februar verlängert – auch aus Sorge vor der wohl deutlich ansteckenderen Mutation, die zunächst in Großbritannien nachgewiesen wurde.

Zudem sollen in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie beim Einkaufen besser schützende Masken Pflicht werden und es mehr Homeoffice geben. "Das sind die Schrauben, an denen man noch drehen kann, ohne dass man jetzt komplett die Wirtschaft abwürgt", so Weber.

Man müsse aber auch klar sagen: "Aus virologischer Sicht wäre es wirklich besser, drei Wochen komplett den Laden dicht zu machen. Aber natürlich muss die Gesellschaft aushandeln, was sie möchte."

Wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ziehen, "dann gehen die Zahlen nach unten, solange die Maßnahmen da sind. Und wenn diese schärfer sind, geht es schneller nach unten", sagte der Professor.

Ziel sei die Nachverfolgbarkeit und Eingrenzung der Neuinfektionen durch die Gesundheitsämter.

Sinkenden Corona-Fallzahlen: Virologe sieht "Kurve der Hoffnung"

Mit Blick auf die leicht sinkenden Fallzahlen sagte Weber: "Für mich ist es schon eine Kurve der Hoffnung." Die Daten würden jetzt, nach den Feiertagen mit unregelmäßigeren Meldungen, repräsentativer.

Man könne trotz Unsicherheiten "ganz vorsichtig" einen Trend nach unten ablesen.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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