Viele gefälschte Corona-Impfpässe: Ist es nur Spitze des Eisbergs?

München - Immer noch sind in Deutschland längst nicht alle gegen das Coronavirus geimpft. Strafermittler befürchten, dass dies Betrüger auf den Plan ruft. Das Landeskriminalamt hat nun Zahlen zu gefälschten Impfpässen mitgeteilt.

Blanko-Impfpässe, gefälschte Corona-Impfaufkleber oder gar Totalfälschungen: Nun wurden in Bayern Zahlen mitgeteilt. (Symbolbild)
Blanko-Impfpässe, gefälschte Corona-Impfaufkleber oder gar Totalfälschungen: Nun wurden in Bayern Zahlen mitgeteilt. (Symbolbild)  © Malte Krudewig/dpa

In Bayern sind in den vergangenen Monaten Dutzende gefälschte Impfpässe aufgetaucht. Von April bis Ende August wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) rund 50 sogenannte Falsifikate gefunden (Stand 31. August 2021).

Dazu zählen Blanko-Impfpässe, gefälschte Corona-Impfaufkleber oder gar Totalfälschungen.

Dabei handelt es sich allerdings nach Ansicht der zuständigen Ermittler nur um einen kleinen Teil der Fälschungen, die sich tatsächlich im Umlauf befinden. Sie gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil es einfach sei, Impfnachweise zu fälschen.

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Nach Angaben eines LKA-Sprechers entdecken Ermittler die meisten Fälschungen, wenn sie auf Plattformen wie Telegram angeboten werden, auf der sich Impfgegner und Querdenker tummeln.

Erst am Montag hatte die Polizei bei einer Verkehrskontrolle in der Oberpfalz mehr als zehn mutmaßlich gefälschte Blanko-Impfpässe entdeckt. Drei Männer zwischen 31 und 34 Jahren aus Nordrhein-Westfalen saßen in dem Mietwagen, den Beamte an der A6 nahe Ebermannsdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach durchsuchten. In die mutmaßlich gefälschten Impfausweise war den Angaben zufolge eine Schutzimpfung gegen Corona mit dem Stempel eines deutschen Impfzentrums eingetragen.

In den Wohnungen der Männer wurden nach Polizeiangaben vier weitere Blanko-Impfpässe gefunden.

Titelfoto: Malte Krudewig/dpa

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