Viele Neuinfektionen nach Oktoberfest-Party: Magdeburg jetzt Risikogebiet!

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg ist jetzt auch Corona-Risikogebiet.

Auf einer Oktoberfest-Party mit mehr als 120 Teilnehmern haben sich mindestens 35 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. (Symbolbild)
Auf einer Oktoberfest-Party mit mehr als 120 Teilnehmern haben sich mindestens 35 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. (Symbolbild)  © 123RF/gioiak2

Amtsarzt Eike Hennig sagte am Montag, es sei aktuell die Zahl von 79 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche erreicht.

Er halte eine weiter steigende Tendenz für möglich und wahrscheinlich.

Zur deutlich steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen habe eine oktoberfestartige Veranstaltung mit 120 bis 150 Teilnehmern beigetragen, bei der sich nach aktuellem Stand 35 Menschen infiziert haben, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD).

Er kündigte eine Verschärfung der Corona-Regeln ab Mittwoch an, die auf der Einigung von Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin beruhe.

Es werde eine Erweiterung der Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung geben, etwa für Veranstaltungen bis hin zu Fußballspielen.

Zudem sollten Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen nicht mehr zugelassen werden; bislang sind bis zu 500 drinnen und bis zu 1000 Personen draußen möglich.

Im öffentlichen Raum dürfen sich künftig laut Trümper maximal zehn Personen treffen. Und auch eine Sperrstunde ab 23 Uhr und ein generelles Alkoholverbot bis morgens um 5 Uhr wird eingeführt. Zudem werden private Feiern mit mehr als zehn Personen untersagt.

Testkapazitäten in Magdeburg bald erschöpft

Diese Vorschriften werden Trümper zufolge entweder in einer Allgemeinverfügung der Stadt festgehalten oder in der veränderten Eindämmungsverordnung des Landes, mit der sich am Dienstag das Kabinett beschäftige. Er kündigte zudem mehr Kontrollen an. Auch sollten Bußgelder erhoben werden.

Trümper und Hennig bezeichneten die Situation in der Landeshauptstadt als brenzlig. Es komme jetzt auf eine lückenlose Disziplin beim Abstandhalten und beim Tragen der Mund-Nase-Bedeckung an.

Alle müssten daran denken, dass sie sich anstecken könnten, sagte der Amtsarzt. "Die Zeiten haben sich jetzt geändert."

Bei den Testkapazitäten wird es Hennig zufolge eng in Magdeburg. Vor dem Fieberzentrum bildeten sich lange Schlangen. Der Mediziner hält es für notwendig, dass mehr niedergelassene Ärzte Abstriche für Corona-Tests in ihren Praxen nehmen - nicht nur Hausärzte, sondern auch Kinderärzte und Orthopäden.

Speziell für die Pflegeheime werde es ein extra Fiebermobil geben, kündigte der Amtsarzt weiter an.

Er bemängelte, dass immer noch keine vom Bund angekündigten Schnelltests für medizinische Einrichtungen verfügbar seien. "Das ist dringend überfällig."

Titelfoto: 123RF/gioiak2

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