Virologe Drosten mahnt im Corona-Podcast: Wir müssen weiter geduldig sein

Der derzeit berühmteste Podcast des Landes freut sich täglich über Hunderttausende Aufrufe. Was sind die Kernaussagen zur Coronavirus-Krise vom heutigen Montag?

Dem Wissenschaftler Drosten ist der mediale Rummel um seine Person mehr als unangenehm. 
Dem Wissenschaftler Drosten ist der mediale Rummel um seine Person mehr als unangenehm.   © Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Christian Drosten erklärt der breiten Masse als Experte das Coronavirus. Im täglichen Podcast, dem "Coronavirus-Update" auf NDR Info, interviewen die Wissenschaftsredakteurinnen Korinna Hennig und Anja Martini den Forscher Drosten rund um sein Spezial-Thema: Das Coronavirus. 

Seit dem 26. Februar 2020 ist Christian Drosten von Montag bis Freitag im Gespräch zu den neuesten Entwicklungen. Doch was wird im Podcast prinzipiell eigentlich so besprochen?

Hier ein kurzer Überblick | komplexe Themen einfach erklärt:

  • Neueste Informationen zu Symptomen
  • Entstehung eines Forschungsnetzwerks
  • Labordiagnostik und PCR-Tests
  • Entwicklung eines Impfstoffs, das Finden wirksamer Medikamente
  • Antikörpertests
  • Risikogruppen
  • Erbinformation des Virus
  • Einschränkungen durch das Infektionsschutzgesetz (Schul- und Kitaschließungen etc.)
  • Wirksamkeit von Ausgangssperren, Social Distancing, Masken
  • die Rolle von Wissenschaftlern und Politikern

Das Coronavirus Update (Folge 24): Wir müssen weiter geduldig sein

Volle 30 Minuten lang spricht die Wissenschaftsjournalistin Anja Martini am 30. März 2020 mit Christian Drosten. Hier findet Ihr eine Zusammenfassung des Podcasts vom Montag.

Frage im Podcast: Wo stehen wir gerade?

Es ist die Frage danach, wann uns die große Welle der Infektionen ereilen wird. Krankenhäuser schaffen dafür Kapazitäten und halten Betten frei.

Doch damit leiden auch viele Kliniken unter den enormen wirtschaftlichen Verlusten. Besonders der Blick ins Ausland wie nach Spanien oder in die USA zeigt uns jedoch, welche schlimmen Folgen es hat, wenn Maßnahmen zu spät eingeleitet werden.

Frage im Podcast: Warum stehen wir in Deutschland noch verhältnismäßig gut da?

Unsere Stärke liegt in der Diagnostik. Das frühe Bemerken der Fälle ist entscheidend. Das Durchschnittsalter der Erkrankten ist zudem recht jung, mit im Schnitt 48 Lebensjahren. 

Leider wird dieser Effekt in Zukunft wohl nachlassen, wenn sich auch immer mehr ältere und chronisch kranke Menschen infizieren werden. 

Auch Dr. Wieler vom RKI sagt, dass in Deutschland immer noch die Gefahr besteht, in italienische Verhältnisse zu geraten.

Abstand halten - #maskeauf

Drosten sieht sich Proben bei den Untersuchungen zum Coronavirus an.
Drosten sieht sich Proben bei den Untersuchungen zum Coronavirus an.  © Christophe Gateau/dpa

Frage im Podcast: Eine Woche nach Eintritt der Kontaktbeschränkungen werden die Rufe nach einer Lockerung immer lauter. Ist es sinnvoll, jetzt schon darüber zu reden?

Auch Drosten hält es, wie Kanzleramts-Chef Helge Braun, für angebracht, die jetzt geltenden Beschränkungen bis zum 20. April nicht infrage zu stellen. Erst dann könne geguckt werden, wie die jetzt in der Breite geltenden Maßnahmen besser spezifiziert werden können. Und das alles "auf der Basis der Beobachtung".

Christian Drosten unterstreicht noch einmal, dass Wissenschaftler keine Politiker sind. Seriöse Wissenschaftler werden politische Entscheidungen nicht bewerten.

Zudem mahnt der Virologe die Medien davor, Wissenschaftler zu instrumentalisieren und als Entscheidungsträger der Krise darzustellen. Er fordert die Medien auf, ihre Verantwortung in dieser Krise Ernst zu nehmen. Drosten selbst möchte sich nicht in der Öffentlichkeit profilieren.

Zum Schluss dieser Podcast Folge geht es um die Studie rund um die Münchner Patienten aus dem Umfeld des Automobilzulieferers Webasto.

Betrachtet wurden die Übertragungswege des Corona-Virus, die Symptome der Betroffenen und vieles mehr.

Als Fazit bleibt die Aussage: Abstand halten ist das Gebot der Stunde!

In Zeiten des Mangels an Masken, hält Drosten das Selbernähen einer Gesichtsmaske für eine super Idee. Im Sinne des Fremdschutzes können so andere Menschen vor der eigenen Infektion besser geschützt werden. Die soziale Akzeptanz eine solche Maske zu tragen, sei aber in der Gesellschaft noch nicht ganz angekommen.

Als höfliche Geste gegenüber unseren Mitmenschen dürften ruhig noch viel mehr Menschen eine Maske tragen.

Wer ist eigentlich Christian Drosten?

Christian Drosten hat sich auf die Erforschung von Coronaviren spezialisiert.
Christian Drosten hat sich auf die Erforschung von Coronaviren spezialisiert.  © Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Prof. Dr. Christian Drosten ist Leiter der Virologie an der Berliner Charité. Sein Spezialgebiet sind die Coronaviren, weshalb er als Experte sehr angesehen ist.

Im Zuge der Krise wurde der Virologe zum gefragten Gesprächspartner der Medien. 

Im NDR Info Podcast "Coronavirus Update" wird der Forscher von Montag bis Freitag zu den aktuellen Entwicklungen befragt.

Alle Infos im ++ Coronavirus-Liveticker ++

Titelfoto: Bildmontage Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

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