Virologe Hendrik Streeck kritisiert dreckige Corona-Masken

Bonn - Der Bonner Virologe Hendrik Streeck (42) bezieht in einem ausführlichen Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ausführlich Stellung zu verschiedenen Corona-Maßnahmen der vergangenen Monate.

Professor Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn, steht in einem Labor seines Institutes.
Professor Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn, steht in einem Labor seines Institutes.  © Federico Gambarini/dpa

In dem Interview mit der Zeitung fordert er vor allen Dingen eine Debatte zur Tragepflicht der Mund-Nase-Masken. Aus seiner Sicht seien die mehrfach genutzten Corona-Masken ein echtes Problem.

"Am Anfang der Pandemie wurde ja dezidiert gewarnt vor Masken. Die Gründe dafür gelten immer noch, auch wenn sie merkwürdigerweise keine Rolle mehr zu spielen scheinen."

Seine Kritik: "Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze."

Streeck berät als Experte auch die NRW-Landesregierung im Umgang mit dem Coronavirus, die letztlich die Entscheidungen und Gesetze trifft und erlässt.

Streeck über Corona-Lockdown in Deutschland

Der Virologe ist auch wissenschaftlicher Berater der NRW-Landesregierung.
Der Virologe ist auch wissenschaftlicher Berater der NRW-Landesregierung.  © Federico Gambarini/dpa

Zum teilweisen Lockdown in Deutschland urteilte Hendrik Streeck: "Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich nötig sind", sagte Hendrik Streeck im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). 

Aus seiner Sicht sei sei Deutschland "zu schnell in den Lockdown gegangen", weil neben der Sorge um die Kapazität der Krankenhäuser "ein gewisser Druck in der Öffentlichkeit" bestanden habe. 

Im März hatte Streeck klar zur Vorsicht geraten, da es beim Virus noch zu viele unbekannte Details gab.

Nach einigen Monaten der abklingenden Coronavirus-Welle in Deutschland bilanzierte Streeck: "Ich glaube auch weiterhin nicht, dass wir am Ende des Jahres in Deutschland mehr Todesfälle als in anderen Jahren gehabt haben werden", sagte der Mediziner und wies auf das Durchschnittsalter der Pandemietoten von 81 hin.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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