Virologin Ciesek: Kein Versagen der Coronavirus-Impfung bei indischer Variante

Frankfurt am Main/Hamburg - Die indische Variante des Coronavirus kann nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek (43) die Wirkung der Impfung schwächen, ihren Schutz aber nicht ausschalten.

Sandra Ciesek (43) ist die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt sowie Professorin für Medizinische Virologie an der Goethe-Universität.
Sandra Ciesek (43) ist die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt sowie Professorin für Medizinische Virologie an der Goethe-Universität.  © Kay Nietfeld/dpa

Die inzwischen schon in Dutzenden Ländern kursierende Mutante B.1.617 hatte in Deutschland zuletzt einen Anteil von weniger als 2 Prozent, mit steigender Tendenz allerdings.

"Die Varianten aus Indien haben einen leichten Immun-Escape, also eine leicht verminderte Wirksamkeit", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". Was man beobachte, sei "eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen".

Berichte aus Großbritannien, wonach sich Altenheimbewohner trotz vollständiger Impfung mit dieser Variante neu angesteckt haben, beunruhigen Ciesek nicht allzu sehr: Kein Impfschutz wirke vollständig, gerade bei Älteren mit schlechterem Immunsystem.

Corona in Baden-Württemberg: Landkreise fordern ein Ende der Inzidenz als Richtwert
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Landkreise fordern ein Ende der Inzidenz als Richtwert

Reinfektionen seien nicht verwunderlich. "Das Wichtige ist, dass diese Menschen nicht schwer erkranken."

Ob die indische Variante die Öffnungsschritte der Briten gefährden, könne man derzeit noch nicht abschätzen. Auch in Deutschland müsse man beobachten, ob der Anteil der indischen Variante weiter ansteige oder ob die Zahlen stagnierten.

Dabei könne Deutschland von den Daten aus Großbritannien profitieren, wo diese Variante weiter verbreitet sei und wo mehr sequenziert werde.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: