Virologin optimistisch: "Nach der dritten Welle aus dem Schlimmsten raus"

Hamburg – Die Hamburger Virologin Marylyn Addo (51) hat einen optimistischen Blick auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie.

Virologin Marylyn Addo (51), Leiterin der Infektiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, ist zuversichtlich.
Virologin Marylyn Addo (51), Leiterin der Infektiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, ist zuversichtlich.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

"Sobald wir die dritte Welle hinter uns haben, sollten wir mit einer Kombination aus gutem Impfschutz und regelmäßigem Testen raus sein aus dem Schlimmsten - wenn es nicht noch irgendwelche schlimmen Überraschungen gibt", sagte Addo der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung.

Addo ist Leiterin der Infektiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Generell seien solche Vorhersagen zwar schwierig, aber sie sei zuversichtlich. "Wir verfügen jetzt über alle die Bausteine, die wir brauchen."

Unterdessen kritisierte ihr Kollege Ansgar Lohse, das aufgrund von zu viel Bürokratie in der Wissenschaft und einem falschen Verständnis von Datenschutz noch immer zu wenig über das Virus bekannt sei.

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"Fast alles, was wir über das Management von Covid-19 gelernt haben, wissen wir aus britischen Studien, zum Beispiel aus Oxford", sagte der Leberforscher dem Hamburger Abendblatt.

In Großbritannien fließe ein fester Anteil der Ausgaben des National Health Service in die klinische Forschung, und in allen Krankenhäusern seien somit Forschungsstrukturen etabliert worden. "Unsere Krankenkassen hingegen dürfen klinische Forschung gar nicht richtig finanzieren."

Gemeinsam mit Kollegen habe Lohse als Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg nun die Gründung eines Instituts für Pandemieforschung gefordert. Es soll neben medizinischen auch wirtschaftliche und juristische Fragen untersuchen.

Titelfoto: Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

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