Von ihnen fehlt jede Spur! Impfgegnerin mit ihren Kindern (12, 14) untergetaucht

Madrid - Eine Frau ist in Spanien mit ihren zwei minderjährigen Söhnen seit Wochen untergetaucht, damit die Kinder nicht gegen ihren Willen gegen das Coronavirus geimpft werden. Im Streit der geschiedenen Eltern hatte die spanische Justiz zuvor dem Vater, der die Kinder impfen lassen möchte, recht gegeben.

Eine Mutter in Spanien will ihre beiden Söhne (12, 14) auf keinen Fall gegen das Coronavirus impfen lassen. (Symbolbild)
Eine Mutter in Spanien will ihre beiden Söhne (12, 14) auf keinen Fall gegen das Coronavirus impfen lassen. (Symbolbild)  © Bernd Weissbrod/dpa

Hier liege keine "Kindesentführung" vor, weil die Mutter "einen gerechtfertigten Grund" für ihr Handeln habe, wurde nun der Anwalt der Mutter am Dienstag in der Zeitung El Mundo zitiert.

Die Impfstoffe hätten "zahlreiche schwerwiegende Nebenwirkungen", behauptete Anwalt Borja Gómez Martínez-Fresneda gegenüber dem Blatt. "Was ist, wenn die Kinder geimpft werden und ihnen dann etwas passiert?", fragte er.

Der Corona-Impfstoff der Hersteller Pfizer/Biontech darf in der EU bereits seit Ende Mai bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren eingesetzt werden.

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Für diese Altersgruppe hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im Juli auch grünes Licht für den Moderna-Impfstoff gegeben.

Experten bewerten die Impfung für Kinder nach derzeitigem Stand als gut verträglich, die Impfreaktionen wie Müdigkeit und Kopfschmerzen sind überwiegend mild bis moderat.

Seit Ende November ist das Vakzin von Pfizer/Biontech sogar für Kinder ab fünf Jahren zugelassen.

Der Vater erstattete Anzeige gegen seine Ex-Gattin

Die Mutter, eine Lehrerin, verschwand mit ihren 12 und 14 Jahre alten Söhnen nach Angaben des Anwalts des Vaters bereits am 4. November. Der Vater erstattete inzwischen Anzeige gegen seine Ex-Gattin. Als Strafe für eine Entführung der eigenen Kinder sind in Spanien Haftstrafen von bis zu vier Jahren sowie ein Entzug des Sorgerechts möglich.

Der Familienstreit aus Sevilla sorgt in Spanien für Schlagzeilen und große Aufregung - unter anderem auch deshalb, weil die Kinder der Schule fernbleiben. "Ihnen geht es gut", versichert Anwalt Martínez-Fresneda.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Noch fehle von Mutter und Kindern aber jede Spur, hieß es.

Nach amtlichen Angaben haben in Spanien inzwischen auch 700.000 (von insgesamt circa drei Millionen) Fünf- bis Elfjährige das erste Vakzin erhalten. Nennenswerte Kundgebungen von Impfgegnern oder Verschwörungstheoretikern gab es in Spanien bisher nicht.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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