Deutliche Worte: Patientenschützer kritisiert Bayerns Corona-Ampel!

München - Die in Bayern geplante Corona-Ampel geht laut Deutscher Stiftung Patientenschutz an der Realität vorbei.

Corona-Ampel: Der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch (58), spricht von einer unsinnigen Unterscheidung und hat eine klare Forderung.
Corona-Ampel: Der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch (58), spricht von einer unsinnigen Unterscheidung und hat eine klare Forderung.  © -/Deutsche Stiftung Patientenschutz/dpa

Der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch (58), sprach von einer unsinnigen Unterscheidung in normale Krankenhausbetten und Intensivbetten.

"In der Hochzeit der Belegung hatten wir sehr viel mehr Menschen auf Normal- als auf Intensivstation", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Und weiter: "Hier eine Differenzierung zu machen, wird der Wirklichkeit nicht gerecht."

Wenn das Gesundheitssystem, wenn Ärzte und Pfleger vor einer Überlastung geschützt werden sollen, müsse die gesamte Krankenhausbelegung in den Blick genommen werden, erklärte Brysch.

Corona in Baden-Württemberg: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten leicht gestiegen
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten leicht gestiegen

In Bayern sind schärfere Anti-Corona-Maßnahmen künftig abhängig von der Klinik-Auslastung.

Die neue Krankenhaus-Ampel schaltet auf Gelb, wenn bayernweit binnen sieben Tagen mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten.

Dann will die Regierung weitergehende Maßnahmen - etwa die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht oder der Kontaktbeschränkungen - beschließen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) wird am Mittwoch im Landtag die neuen Corona-Regeln erklären.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) wird am Mittwoch im Landtag die neuen Corona-Regeln erklären.  © Peter Kneffel/dpa

Auf Rot schaltet die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen - dann sollen die Anti-Corona-Maßnahmen noch einmal weiter verschärft werden. Brysch forderte vielmehr, in jeder Ampelphase die Gesamtbelegung im Freistaat in den Blick zu nehmen - und plädierte für eine deutschlandweite Regelung. "Wenn das Beispiel von Bayern Schule macht, haben wir bald 32 unterschiedliche Regelungen in 16 Bundesländern", sagte er.

Titelfoto: Montage: -/Deutsche Stiftung Patientenschutz/dpa, Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: