Was schützt besser gegen Corona: Impfung oder durchgemachte Infektion?

Oxford (England) - Immer mehr Menschen, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, dürfte die Frage umtreiben, wie gut sie dadurch geschützt sind. Besser oder schlechter als durch eine Impfung?

Helfen die zwei Pikse mehr als eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung?
Helfen die zwei Pikse mehr als eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung?  © Friso Gentsch/dpa

Zum Glück bringt eine neue Studie der Universität Oxford ein wenig Licht ins Dunkel. Demnach könnte die durchgemachte Infektion ähnlich gut schützen wie eine komplette Impfung, berichtet aktuell die Daily Mail.

An der Studie nahmen 13.000 Mitarbeiter des britischen Gesundheitswesens teil. Diejenigen von ihnen, die entweder zwei Dosen von BionTech/Pfizer oder AstraZeneca bekommen hatten, waren demnach extrem gut geschützt.

Dabei war es vollkommen egal, welcher der Impfstoffe ihnen verabreicht worden war. Vierzehn Tage nach der zweiten Impfung war der Schutz perfekt. Keiner der Probanden litt danach unter einer symptomatischen Erkrankung.

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Diese Nachricht dürfte vor allen Dingen Balsam auf die Seele der Entwickler des AstraZeneca-Impfstoffes sein, dessen Ruf in den vergangenen Wochen - und vor allen Dingen in jüngster Zeit - arg gelitten hat.

Doch wie viele der Studienteilnehmer, die bereits eine Covid-19-Infektion durchgemacht hatten, erkrankten erneut an dem tückischen Virus?

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Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich: Zu AstraZeneca dürfte jeder eine Meinung haben.
Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich: Zu AstraZeneca dürfte jeder eine Meinung haben.  © Nicolas Armer/dpa

Laut der Studie infizierten sich zwei Prozent der Genesenen noch einmal. Allerdings war die Zahl der Teilnehmer, denen das passierte, zu klein, um definitiv sagen zu können, dass die Impfstoffe mehr Schutz bieten als frühere Infektionen.

Eines verdeutlicht die Studie in jedem Fall: Nach der ersten Impfung sind die Menschen deutlich schlechter gegen das Coronavirus geschützt als nach einer durchgemachten Infektion.

Die Forscher*innen fanden heraus, dass eine Einzeldosis von einem der beiden Impfstoffe die Anzahl der Menschen mit symptomatischen Erkrankungen nach 14 Tagen um 67 Prozent verringerte.

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Diese Erkenntnis unterstreicht, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen "die zweite Dosis einnehmen sollten, sobald diese verfügbar ist", teilten die Experten mit.

Dr. Katie Jeffery, Direktorin für Infektionsprävention und -kontrolle an den Krankenhäusern der Oxford Universität, die an der Studie beteiligt war, sagte: "Wir sind den Tausenden von Mitarbeitern dankbar, die in den Krankenhäusern (...) arbeiten und an dem Testprogramm teilgenommen haben."

Sie erklärte: "In diesem Fall ist es wichtig, dass zwei Dosen der Impfstoffe einen ähnlichen Schutz wie die natürliche Immunität bieten und dass bei den Mitarbeitern, die zwei Impfdosen erhalten hatten, keine symptomatischen Infektionen festgestellt wurden."

Wer Corona einmal durchgemacht hat, kann also hoffen, dass er zunächst ziemlich gut geschützt ist. Leider sollen erste Mutanten das Immunsystem austricksen und zu Reinfektionen führen können.

Daher sollten auch Genesene mit Sicherheit auf der Hut sein und sich weiterhin an die geltenden Maßnahmen halten.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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