Wegen Corona auch bald bei uns? In diesem Land wollen sich immer mehr Paare scheiden lassen

Madrid - Infolge des Ausbruchs des Coronavirus in Spanien gibt es laut der dortigen Anwaltskammer mehr Menschen, die sich derzeit wegen einer Scheidung informieren. 

Bei manchen Paaren kracht es gewaltig, weil sie plötzlich viel Zeit miteinander verbringen.
Bei manchen Paaren kracht es gewaltig, weil sie plötzlich viel Zeit miteinander verbringen.  © 123rf.com/Vadim Guzhva

Das Aufkommen sei aktuell so hoch wie "nach den Sommerferien, Weihnachten oder Ostern, wenn Paare länger Zeit miteinander verbringen". 

Eine ähnliche Situation gebe es auch jetzt wegen des Corona-Lockdowns, sagte die Leiterin der Organisation, María Dolores Lozano, der Tageszeitung "El Mundo".

Demnach habe sich das Phänomen seit Mitte März verschärft, also mit Beginn der Beschränkungen.

Lozano erklärte, dass gemeinsam zu Hause bleiben und die Zeit mit Familienmitgliedern zu verbringen, zu einem "Ausbrennen von Beziehungen" führe. 

Doch nicht nur die Beratungen wegen einer möglichen Scheidung würden zunehmen. Viele Menschen suchen nun auch Rat, weil sie aufgrund der Corona-Krise weniger Geld haben und deshalb den Unterhalt an den Ex-Partner kürzen wollen.

Und noch ein weiteres Phänomen werde von vielen Anwälten beobachtet: Viele geschiedene Elternteile verlangen vom Ex-Partner eine Zeitentschädigung, weil sie ihre Kinder während der staatlich veranlassten Ausgangssperre nicht treffen konnten.

Spanische Anwälte gehen davon aus, dass wegen der Corona-Epidemie in die Zahl der Scheidungen in Spanien in diesem Jahr um 75 Prozent steigen könnte.

Titelfoto: 123rf.com/Vadim Guzhva

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